Jul 10 2009

Xi’An: Kaltwetterflug

Nach langer Diskussion am gestrigen Abend, als wir alle mehr oder weniger ins Bett gefallen sind, haben wir uns dafuer entschlossen heut zum HuaShan zu fahren. Kleines Gebirge mit 5 Gipfeln die um die 2000m ragen. Klingt schon mal recht imposant fuer nen Tagestrip. Ich bin ja eher der “einfach fahren Typ”, aber der Anhang geht natuerlich nicht ohne Lonely Planet aus dem Haus. Von daher wissen die Beiden eh immer besser bescheid als ich, angeblich… Nunja, nachdem wir Kelly davon ueberzeugt haben, dass wir es nicht wie beschrieben schaffen werden an einem Tag alle Gipfel zu Fuss abzuklappern ohne auf dem Berg zu uebernachten, konnten wir uns darauf einiges morgens um 8 aufzustehen um dann noch vor Mittag auf dem ersten 2000er zu stehen. Schoene Ambitionen, die dann nicht ganz so gut umsetzbar waren.

Um 8 aufstehen haben wir geschafft, aber mit frisch machen und Fruehstueck, sowie der Fahrt zum Bahnhof ist es dann schnell um 10 gewesen als wir an dem enzigen Bus waren der uns zum Berg bringen konnte. Problem dann war, dass die Busse nach einem komischen Prinzip fahren, da es keine Linienbusse sind, da der Berg 130km weit entfernt liegt. Vorgegangen wird nach dem Prinzip Bus voll=Abfahrt. Klingt ja auch logisch, nur wollte um diese Uhrzeit aus Xi’An niemand zum HuaShan, weswegen wir dann noch bis kurz vor 12 warten mussten. Die Fahrt war lang, aber flott. Neben mir sass ein kleiner 13 jaehriger Junge aus GuangDong, der mich die ganze fahrt mit Fragen geloechert hat. Schlaues Buerschchen!

Gegen 2 sind wir dann endlich angekommen, haben uns noch was zum Berg angehoert, bzw eher ich habe mir was angehoert, dann sind wir ins Taxi zum Osteingang. Dort etwas gegessen und mit dem Bus die 7km bergauf bis zur Seilbahn. Denn da wir um 2 erst angekommen sind und um 7 der letzte Bus faehrt mussten wir unsere Plaene etwas anpassen und mehr oder weniger alles streichen um ueberhaupt noch auf dem Berg zu kommen. Da wir schon Tickets fuer die Fahrt nach Chengdu haben, blieb leider keine Zeit den Trip zu verschieben oder auszuweiten. Vorn weg noch, dieser Ausflug ist bei weite der Teuerste bisher. Die Terrakotta Armee war teuer mit ca. 9 Euro Eintritt plus Fahrt. Aber dieser Trip geht da noch weiter. Wer nur einen halben Tag Zeit hat braucht die Seilbahn, die einen auf den Nordgipfel bringt, auf 1600m. Hin und Rueckfaht kosten schonmal 15 Euro. Hinzu kommen Busfahrt, Taxi, nochmal Bus und Eintritt in den Park. Insgesamt belaeuft sich der Trip pro Person heut auf 34 Euro, was sogar jedes Ausflugziel in Beijing in den Schatten stellt. Minuspunkt fuer Xi’An.

Aber lohnen, muss ich sagen, tut es sich auf jeden Fall. Man ist umringt von Bergkuppen, eingetaucht in Nebel und Wolken. Wie man es von wunderschoenen Bildern und Dokumentationen kennt. Leider hat das Wetter mit Regen und Wind auch nicht ganz mitgespielt. Trotzdem war es die Anstregung wert. Wir sind vom Nordcamp weiter. Ca 1h bin ich Mar und Kelly hinterhergehechelt, da diese mir ein heftiges Tempo vorgelegt haben. Aber bald schon haben wir die 200m Marke geknakkt und konnten in Ruhe die Aussicht geniessen, bevor es aus Zeitgruenden wieder nach unten gehen musste. Der Abstieg war um einiges leichter, aber fuer die Knie schmerzhafter. Geschafft haben wir es trotzdem, wenn aber knapp. 18:53 sind wir am Bus angekommen, der dann aber eh noch 40min auf restliche Touristen gewartet hat.

Fazit: Sehr Teuer, aber definitiv ein Muss. Mein Vorschlag ist 2 Tage zu veranschlagen, frueh los, so weit steigen wie geht, dann auf einem der Gipfel im Hostel uebernachten(ca. 5EUR pP) und am 2. Tag den Rest erkunden und in aller Ruhe wieder herunter. Dazu noch gutes Wetter und ein absolut unvergessliches Erlebnis ist garantiert.


Jul 9 2009

Xi’An: Prolog

Nachdem wir 3 Tage durch Beijing getingelt sind und im Eiltempo alles Sehenswerte abgerannt haben darf ich nun freudig verkuenden, dass Kriegi, Kelli und Steffi in XiAn angekommen sind. Wir haben heut schon die Terrakottaarmee und die halbe Stadt erlaufen und sind somit in jeder Hinsicht XiAn fit. Morgen HuaShan und was sonst noch so uebrig ist. Von daher steht noch Einiges vor uns, aber wir bleiben dran. Euch viel Spass und schoene Gruesse aus XiAn, von Mar, Vio und mir…

Nachtrag von Gestern.
Wir sind um 8 in Xi’An angekommen nach 11 Stunden Zugfahrt, die am Ende keiner von uns gut geschlafen hat. Sind direkt zur Hostel vom Bahnhof, welche sich direkt neben dem Belltower im Zentum der Stadt befindet. Der Belltower ist ein richtiger Hingucker bei Nacht. Von dort sind wir etwas essen und haben uns die Tickets fuer die Fahrt uebermorgen nach Chengdu besorgt. Viel Zeit war nicht mehr, der halbe Tag vorbei, sehen wollten wir aber nochwas, also ab zum Bahnhof, in einen Bus gehuepft und Richtung Terrakotta Armee gefahren.

Angekommen mussten wir feststellen was fuer eine Gelddruckmaschine dort aus dem Nichts gezaubert wurde. Mitten im Nirgendwo wurde eine ganze Stadt gebaut, voller Laeden und voller Leben, in der sich tausende Touristen tummeln. Und das direkt vor dem Tor zum Terrakottamuseum. Zufall? Also rein in die gute Stube. Auch wenn der Eintritt mit knapp 10 Euro relativ hoch ist, will man doch sagen koennen man war da. Das wollten wir auch also ahben wir auch keine Sekunden gezoegert, sind dann ins das ECar gestiegen und haben uns vor die Tore der Hallen fahren lassen.
Wir haben zu erst die 2 kleine Hallen und das Museum abgegrast und uns die Mega Halle aufgespart. Zu recht. Abgesehen von der schieren Groesse der Halle, die mich schon beeindruckt hat, ist sie auch noch gefuellt mit ausgegrabenen Soldaten… ohne Worte. Definitiv ein Muss fuer jeden Xi’An Besucher. Bilder der Geschichte folgen noch, da kann ich mir das erlaeutern ersparen.

Danach sind wir wieder am Bahnhof angekommen und wollten die Stadt ein wenig besser kennenlernen und haben uns entschlossen statt dem Taxi zu nehmen doch lieber zu Fuss zum Hostel zu laufen. Das Taxi hat ja auch nur 5min gebraucht, so weit kann es ja nicht sein. Unterwegs sind wir durch einen Vergnuegungspark im Zentrum der Stadt gegangen. Voller Spielsachen fuer Kinder. Riesenrad, Achterbahn und alles was man sich wuenscht. Nur das dieser Park wenn auch voll trotzdem mit Unkraut uebersaeht war und somit einen absolut rustikal, vergessenen und verlassen Eindruck machte. Dieser verspruehte auf seine Art einen derartigen Charme. Mal wieder etwas definitiv Sehenswertes. Wir sassen da, ahben Kinder in uralten Spielzeugen, Spielplaetzen, Booten spielen sehen. Alle waren gluecklich und wir waren es auch. Wir hatten als es anfing gruen wurde mit einem kleinen Park gerechnet aber nicht damit.

Danach haben wir uns noch etwas verlaufen es aber trotzdem halb tot zur Hostel geschafft und sind wirklich nur noch ins Bett gefallen. Mehr war nicht mehr drin.