So, mit Peking waren wir 3 nun durch und da die Beiden eh mehr vom Land, den Leuten und dem einfachen Leben sehen wollten haben wir uns auch nach 3 Tagen Beijing auf den Weg ins relativ zentral gelegene Xi’an gemacht. Von da aus koennten wir gut nach Westen, weiter nach Sueden oder sogar nach Osten fahren. Fuer uns stand ja noch nicht ganz fest wohin wir denn eigentlich wollten.
Obwohl mir von allen Leuten fuer eine 11h Fahrt definitiv ein Schlafwagen empfohlen wurde, mussten wir uns doch mit weichen Sitzen begnuegen. Immerhin ging die Klimaanlage und die Fahrt war ueber Nacht. Geklappt hat das dann am Ende auch kostenguenstig und schnell. Wie es anders laufen kann erzaehl ich euch dann spaeter. In Xi’an angekommen mussten wir auch nicht lang warten und konnten direkt in einen kostenlosen Bus zur Herberge steigen. Wir hatten uns natuerlich schon mehrere ausgesucht, doch da diese zu erst uns zugewunken hat sind wir halt da gelandet. Gelohnt hat es sich. Wir sind in der Bell Tower Hostel gelandet. Sauber, guenstig und vor allem zentral. Direkt neben dem Bell Tower an einem riesen Kreisverkehr im absluten Zentrum der Stadt. 
Wir sind relativ frueh in Xi’an angekommen, weswegen wir auch noch etwas erleben wollten. Also haben fix unsere Sachen in der Herberge verstaut, uns frisch gemacht und sind gleich nach Draussen. Futtersuche. Wir sind aus der Herberge und etwas in der naeheren Umgebung umhergestiefelt. Es mutete alles schon etwas anders an als Beijing. So chaotisch es den meisten Besuchern am Anfang in Beijing auch vorkommt. Umso mehr wir nach Sueden sind umso lustiger wurde es. Wir haben trotzdem was zu essen gefunden und sind dann einfach in ein Taxi und haben uns zurueck zum Bahnhof fahren lassen. Hier stehen die Tourbusse, bzw die Schwarzbusse mit denen man auch mal woanders hin kommt. Ziel war, wie sollte es anders sein, die Terrakotta Armee. Der Bus fuhr ne gute Stunde und schon waren wir da. Leider bedauerlich, der teure Eintrittspreis. Gut 9 Euro plus ein Shuttlebus Ticket fuer die Leute die wenig Zeit haben ist im Vergleich relativ viel. Aber gut, es ist trotzdem eines der Dinge, die man wenn man in China reist und unterwegs ist, gesehen haben sollte. Und auf der anderen Seite: wo kommt man in Deutschland fuer 9 Euro schon rein?
Die Halle an sich sit schon recht imposant. Es gibt noch 2 weitere kleine Hallen voller ausgegrabener Figuren und rund um das ganze Gelaende scheinen noch viele kleine Ausgrabungen stattzufinden. Auf dem Weg zurueck haben wir auch festgestellt warum. Keine 2km weiter ist das Grab von QingShi HuangDi. Dem Kaiser, welcher China als erstes komplett vereinigt hat, aber auch vom Erfolg und was weiss ich so paranoid wurde, dass er um seinen Grabesberg gleich mal tausende Steinsoldaten einbuddeln liess. Ja, jeder hat so seine Macken.
Es war erst 6, keiner war muede, als wir angekommen sind, da kann man die 5min Taxi Strecke vom Bahnhof auch mal zurueck laufen. Wir haben unterwegs noch gut gegessen und sind querfeldein Richtung Herberge gelaufen. Unterwegs haben ich den wahrscheinlich interessantesten und charaktervollsten Park aller Zeiten gesehen. Stellt euch vor jemand baut mitten in der Stadt einen kleinen Vergnuegungspark, in welchem jede Attraktion nur halb so gross ist wie man es sonst gewohnt ist. Nun laesst man diesen Park 7 Jahre unberuehrt, bis alles verrostet, mit Gras ueberwachsen ist und das Wasser der Teiche etwas trueb ist. Nun packe man in jenen Park, der offensichtlich fuer Kinder ist, ein paar Muetter samt Kinder, die ueberall Spielen, ein paar Tanzende Rentner und ein paar jugendliche Paerchen. Und schon hat man eine Aussicht, welche man fuer Geld nie kaufen koennte. Wahnsinn! Dieser kleine, alte Park war derart schoen, auf seine Weise. Alt, verrostet, aber nicht dreckig, halt nur etwas verkommen. Trotzdem voller Menschen, auch wenn so manche menschenleere Attraktion dabei war.
Langsam fingen uns dann aber die Fuesse an weh zu tun. 5min Taxi koennen zu Fuss ganz schoen weit sein. War immerhin auch ein langer Tag. In der Herberge wollten wir dann noch was trinken und vielleicht noch weiter ziehen, aber Kelly hat sich nach dem Duschen schon hingelegt und Mar und ich sind beim Bier trinken fast eingeschlafen, also haben wir den Tag hier mal beendet.
Wir haben direkt nach Ankunf schon Tickets fuer die Weiterfahrt gebucht, nur gab es fuer die Nacht keine Fahrt. Ziel sollte Chengdu sein und der naechste Zug faehrt erst in Anderthalb Tage am fruehne Abend los. Da haben wir ja noch gut Zeit. Programm fuer Tag 2 in Xi’an war der HuaShan. Ein gut ueber 2000m hoher Berg mit vielen Gipfeln, welche alle abwanderbar sind. Ganz einig wann und wie und ob waren wir uns davor noch nicht, aber am Ende wars gut, das wir uns auf den Weg gemacht haben. Wieder ab zum Bahnhof. Hier warteten schon wieder fleissig Busse. Wir haben prompt den gefunden, den wir wollten, nur wollte und wollte der einfach nicht losfahren. Prinzzip hier ist nicht wir fahren alle 15min. Prinzip hier ist, wenn Bus voll = Abfahrt. Leider hat es fast 2h gedauert bis der Bus voll war. So lang sassen wir da und haben uns gelangweilt und geraetselt. Die fahrt war angenehm. Ich hatte nen kleinen 12 jaehrigen HongKong Chinesen neben mir sitzen mit dem ich ueber Filme geredet habe. War lustig, da er Mandarin auch nur in der Schule lernt und wir beide uns mit unserem chinesisch Muehe geben mussten. Aber Papa hat gut geholfen.
Angekommen und gegessen mussten wir feststellen, dass es schon kurz vor 1 ist. Um 19Uhr faehrt angeblich der letzte Bus. Wollen wir wirklich noch da hoch? Steffi der Realist und Geizhals stellt das natuerlich immer wieder in Frage. Aber die 2 anderen waren hart entschlossen, also rein in den Shuttle Bus und ab zur Seilbahn, welche uns dann fuer sage und schreibe 150 Yuan (17 Euro zu dem Zeitpunkt) pro Person nach oben gebracht hat. Man muss dazu sagen, dass uns die Seilbahn auf 1600m Hoehe gebracht hat, aber ueber 15 Euro dafuer, nachdem man schon 10 Euro Eintritt fuer den Park… ach lassen wir das. Es war es wert! Kelly und Mar haben zwar ein fuer mich untrainierten Kerl viel zu sattes Tempo vorgelegt, aber trotzdem haben wir es innerhalb einer Stunde auf den 2100m hohen Nordgipfel gepackt. Aussichten…
Eine Nebelwand steigt an uns Vorbei. Das Wetter war auf seine Art perfekt, auch wenn der Regen ein bisschen genervt hat. Aber nur kommt der Brenner… faellt euch hier etwas auf???
Es sind keine Crocs…. Es geht noch besser! Weltpremiere… geniesst die Aussicht, ich glaub in der Oeffentlichkeit werdet ihr Mar nie wieder mit den Latschen sehen. Ja, Mar und ich haben uns Wanderlatschen geholt… ohne Worte. Was der Arme sich von uns fuer Sprueche anheoren musste die ersten Tage.
Fuer Kelly war aber hier nicht Schluss, sie wollte weiter. Steffi macht natuerlich wieder Druck, die Zeit verging schnell und bis 7 unten sein wurde langsam wirklich knapp. Ich habe aber frueh genug angefangen die Beiden zu nerven, also ging es dann nach Erkundung des Nordgipels wieder nach unten. Diesmal auf anderer Bahn, die uns dann direkt an die Spitze der Warteschlange fuer die Seilbahn gebracht hat. Wir haben es noch kurz vor 7 nach unten geschafft, sind in den Bus und haben dann dank des fabulosen BusVoll = Abfahrt-Prinzip nochmal 30min warten muessen. Aber Steffi war gluecklich. Wie immer bin ich der Einzige gewesen, der sich um so Sachen wie zu spaet kommen und Geld verschwenden Sorgen macht. Die 2 waeren auch auf dem Berg geblieben und haetten da in einer der Raststaetten uebernachtet. Wir haben es dann aber an dem Abend noch nach Xi’An geschafft und Steffi konnte ruhigen gewissens morgen Muskelkater zu haben einschlafen.
Nun hatten wir noch den halben Tag Zeit bevor der Zug faehrt, was nicht reicht weiter weg zu fahren, aber fuer ne kleine Tour durch die Stadt noch Freiraum liess. Wir sind mit dem Taxi einfach nach Sueden gefahren. Kellys Bibel (Loneley Planet) meinte dort sein ein schoener Park, mit einem Tempel. Mal was Anderes…. Naja, der Park entpuppte sich als ganz lustig. Mar und ich sind den 7 stoeckigen Turm nach oben, waehrend Kelly draussen im Park Huehner und anderes Getier durch die Gegend gescheucht hat.
Das Wetter war schoene, die Laune gut, also sind wir bis der Zug gefahren ist einfach nur die die Gegend gewandert und haben das Leben genossen. Xi’An mag auf eine Art etwas chaotischer wirken als das organisierte Beijing. Aber an sich versprueht die Innenstadt, der doch recht kleinen Stadt im Vergleich zu Beijing eine gewisse Ruhe, die ich zuvor lange nicht mehr gespuert habe. Alles in Allem eine sehr sehenswerte Stadt in welcher man auch mal ein paar Tage laenger bleiben kann. Nur war unsere Zeit gekommen. Wir hatten den ganzen Tag Zeit, doch am Ende mussten wir wie immer rennen. 2min vor Abfahrt konnten wir 3 uns dann ausser Atem in unserem Wagen niederlassen.
Was dann passiert und wie es in Chengdu weiter ging folgt bald. Tut mir leid, dass ich so faul bin und es ewig nicht gescafft habe zu schreiben. Dauerbesuch, Internetverlust, Umzug und nun Praktikum zehren etwas an meinen Freizeitgestaltungsmoeglichkeiten. Aber ich habe mich nun in Shanghai eingelebt und werd mich kuemmern die Tage den Rest dieser Reise zu vervollstaendigen um dann noch den Gerd/Chrissi/Reni Besuch, sowie die ersten Eindruecke von Shanghai niederzuschreieben. Also bis bald.