Sep 17 2009

So dreckig war ich noch nie… filthy ist das richtige Wort!

Ok. Wir sind ja auf dem Weg nach Chengdu sehr gut gefahren. Haben viel Spass gehabt und haben uns ehrlich gesagt auf diese Fahrt gefreut. 27h Fahrt, die wir aus dem Fenster schauen koennen, neue Leute kennenlernen, etwas lesen und entspannen koennen. Aber diesmal sollte alles anders kommen. Wir standen also an diesem Zug. Er sah aus wieder jeder andere und wir haben uns von Aussen nichts gedacht. Doch als wir zur Tuer hinein sind mussten wir schon feststellen, dass irgendwas anders ist. Wir haben so viel gesehen und erlebt auf unserer Reise, das die erste Fahrt schon so weit weg war und die Bilder verschwommen waren. Aber trotzdem kam es uns auf Anhieb anders vor. Es war irgendwie der gleiche Zug, nur 20 Jahre aelter. Die Decken auf den Betten waren nicht wess und Frisch bezogen. Der Boden war nicht mit Teppich, sondern mit haesslichen Linoleum verlegt. Die Fenster waren trueb und was dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt hat… es gab keine Klimaanlage!!! Spaetestens als der Zug voll war und wir mit 60 Leuten in diesem Wagon waren, bei 36 Grad im Schatten und 80% Luftfeuchtigkeit, wussten wir, dass es diesmal irgendwie anders werden wuerde. Allerspaetestens… als wir uns dann breit gemacht haben und unsere 6Mann-Abteil Mitbewohner kennengelernt haben wussten wir warum es diesmal wirklich anders werden wuerde. Da war also diese kleine Familie. Netter Mann, nette Frau, suesse Tochter… und was? Ein Baby!?! Das mir dann auch promt zur Begruesung auf den Fuss gepinkel hat… man traegt ja keine Windel!… ja, somit waren die ersten 5 Minuten im Zug vorbei und wir haben schon bereut und den naechsten 1615 Minuten bedrueckt entgegengeschaut.

Ziel ist es nichts zu machen. Einfach liegen. Nicht bewegen. Die Phasen geniessen wennd er Zug schnell faehrt und etwas Wind ist. DENN es gibt ja keine Klimaanlage! Nur nicht bewegen. Doch, verdammt. Schon weider etwas Schweiss mehr… somit verbrachten wir 3 die naechsten 27 Stunden. Kaempfen mit unserem eigenen Ekel vor uns selbst. Es hat gar nicht so viel mit den vielen anderen schwitzenden, stinkenden Menschen zu tun. Das pinkelnde, schreiende und Mama auf den Schoss und mir auf den Fuss machende Baby war auch nicht das grosse Problem… es was einfach der Ekel vor uns selbst. Man merkt wie man von Minute zu Minute mehr verwest, ohne auch nur eine Chance zu haben etwas dagegen tun zu koennen. Holflos im Zug umgeben von Luftfeuchtigkeit und eingesperrt in der Sauna… HILFE! p1000911 p1000909 Ja… in 27h muss ein Baby allerhand Pipi machen… nicht immer wurde der Boden so solide getroffen… meine Fuesse mussten 3 mal herhalten… Hihi… man beachte auch Marios Fuss hier auf dem Boden… irgendwann gewoehnt man sich an seinen eigenen Dreck und steht dann auch in dem Drecksschuppen Barfuss auf dem Boden. Oder lag es an der Hitze die sogar das Sandalen tragen zum Kampf gemacht hat?p1000915 Hier die optimale Pose. So bequem wie moeglich liegen mit so wenig Koerperkontakt mit irgendwas. Den Kalorienverbrauch auf 0 senken, die Koerpertemperatur herunterfahren und nichts essen… versuchen einfach sich nicht noch ekliger zu fuehlen… Man beachte wie meine Haut spiegelt…

Naja. Es waren die 27 ekligsten Stunden unseres Lebens… klingt jetzt vielleicht alles nicht so schlimm, aber als wir an der Hostel angekommen sind, mussten wir ernsthaft feststellen, das nach 3 Tagen Festival ohne Dusche, 5 Tage Biwak mit 30km Marsch ohne Dusche… Wir habens uns ernsthaft noch nie koerperlich selbst so verabscheut wie in diesem Moment… auf der anderen Seite kann ich das Gefuehl nicht beschreiben, wie es war das kalte Wasser unter der Dusche aufzudrehen und mir den Tag Ekel von der Haut zu spuelen. Wir haben es ueberstanden und koennen nun lachend darauf zurueckblicken, aber nochmal, Nein danke!

Frisch geduscht und mental in Guilin angekommen kann es nun auch direkt losgehen. Es ist zwar schon wieder 5 aber mal schauen was die Stadt so zu bieten hat. Darueber aber dann morgen mehr…


Sep 16 2009

Ich glaub die bleiben noch… Chengdu

Beijing, Xi’An, zwei der grossen und bekanntesten Touristen Staedte haben wir somit abgegrast. Ziel fuer den naechsten Reiseabschnitt ist Chengdu. Ein mittelgrosses Staedchen (nach chinesischem Massstab, ergo um die 6mio Einwohner) im Herzen der Provinz Sichuan (四川). Beruehmt unter anderem fuer die besonders gute und vor allem scharfe Kueche und Pandas. Keine 10km entfernt von Chengdu ist eines der goressten Panda Reservate der Welt.

Aber wir sind ja noch nicht da. Derzeit hocken wir 3 noch im Zug. Uns stehen 17 Stunden Fahrt bevor. Diesmal haben wir uns statt Sitzen fuer einen Liegewagen entschieden. Keine weichen, aber dennoch relativ bequemen Bettchen. Die Fahrt war ein Erlebnis fuer sich. 3 stoeckig Betten, jeweils 6 pro Kabine, ohne Tuer zum Flur…. das heist so viel wie PARTY! Hier war immer was los. Leute rennen rum, machen essen, Kinder spielen, wir lesen, Diskutieren, essen mit den Chinesen mit und dann das Ganze wieder von vorn. Eine Art zu reisen, wie wir sie aus Deuschtland leider nicht kennen.p1000753 Unser Diplomat hat sich innerhalb von Minuten im Wagen bekannt und beliebt gemacht und zur vitamintechnischen Nahrungsversorgung beigetragen. Auch sonst hat es uns in diesem Wagen ganz gut erwischt. Klimaanlage, netten Mitfahrer, die nicht nur ihr Essen, sondern am Ende auch noch ihren Film den Sie im gemieteten Fernseher geschaut haben mit uns geteilt haben. Man glaubt gar nicht wie schnell da 17h Fahrt rumgehen koennen. Kaum hat man sich an seine Koje gewohnt muss man auch wieder aussteigen. Und warum? Um in eine Wand zu laufen…

Ja es war warm. Nein, heiss. Und noch dazu feucht. Derweil waren wir grad mal auf halber Strecke Richtung Sueden. Es solle noch schlimmer werden. Nun angekommen sind wir immerhin gut. Jugendherberge haben wir uns ausgesucht, also rein ins Taxi und los. Angekommen am Ziel mussten wir feststellen, dass die angeblich beste Jugendherberge der Welt nicht mehr da ist. Nur ein Zettel hat auf uns gewartet. Zum Glueck handelte es sich nur um einen Umzug. Wieder rein ins Taxi und keine 3 Minuten weiter waren wir an der meiner Meinung nach wirklich besten Jugendherberge der Welt. Sims Cozy Hostel hat uns warm in Empfang genommen. Mar uns Kelly haben sich nach 6 Tagen unterwegs auch mal ein Doppelzimmer fuer sich gegoennt und mich allein in die Wildnis verwiesen. Nunja, das haben sie sich vielleicht auch verdient… Ich geh dann mal…

Etwas spaeter so gegen 4 wollten wir dann doch noch etwas machen und haben uns fuer einen Park mit Tempel entschieden. Wer haette gedacht, das wir hier so etwas finden. Naja, wir sind erst 10 vor 5 angekommen und leider machte der Tempel wie alle Tempel schon um 5 zu. Auch zu bemerken, wir haben den Bus genommen, oder es zumindest versucht, nachdem wir schon Probleme hatten unsere Zugtickets nach Guilin zu organisieren, sowie Geld abzuheben. Irgendwas lief hier anders. Oder wir liefen einfach anders. So oder so waren wir ein bisschen verpeilt unterwegs und sind vom Tempel aus einfach nach links gelaufen. Damit sind wir irgendwie in einem Hinterhof Dorf der Stadt gelandet. Mit vielen kleinen Laeden, wo man nicht mal handeln musste und sein Tshirt fuer 2 Euro direkt bekommen hat. Dazu gab es noch einen riesigen Gemuese/Obst/Fisch Markt. Leider war es mir persoenlich unangenehm dort lang zu laufen. Den Blicken nach waren wir 3 diesen Monat die ersten Langnasen, welche sich hierhin verirrt hatten. Kelly schien die Blicke nicht wahrzunehmen, schlenderte weiter und wollte gar Fotos machen. Mar und ich haben uns mal umgedreht und der halbe Markt schien still zu stehen und zu schauen was wir machen. Und der Markt war ein halbes Fussballfeld gross… genug Augen zum starren. …”awkward silence”…

Das war es dann auch fuer den Tag. Die Fahrt hatte ihre Spuren an uns hinterlassen. Wir sind aber Aufgrund von Taxi, bzw. BusKleingeld Mangel auch dieses Stueck gelaufen und haben uns noch ein paar Eindruecke der Stadt verschafft. Leider war das Wetter diesig, bedeckt und hat das Gesamtbild etwas getruebt. In der Herberge haben wir uns dann der Voellerei hingegeben. Selbstgemachte Cheeseburger… ein Genuss der mir Geizhals schon seit laengerem verwehrt war. Doch mit Mar an meiner Seite war der Weg frei fuer gutes Essen. Noch ein Bierchen und Nachricten checken und schon war es Abends und wir haben uns Richtung Bett bewegt.

Tag 2 haben wir erstmal ausgeschlafen. Aber wie. Mar und Kelly sind aus ihrem Zimmer gar nimmer rausgekommen. Ich habe Buch Nummer 1 fast fertig gelesen. Als Mar dann gegen Mittag kam haben wir uns einen Burger gegoennt und danach etwas Tischtennis und Dart gespeilt… Die paar Niederlagen hat Mar glaub immernoch nicht weggesteckt. Irgendwann ist Kelly dann auch dazu gekommen und nach einem Snack konnten wir dann gegen 15 Uhr(Ja Kelly wollte den Wecker stellen und ja sie hat den Plan gemacht) auch zu Fuss loslegen in eines der laut Loneley Planet schoensten Buddhistischen Kloester Chinas zu besuchen, umgeben von einem Wunderschoenen Park und mit einem der besten Tee Haeuser sowie vegetarischem Restaurant…. ihr koennt euch gar nicht vorstellen, wie Kelly beim Lesen schon gesabbert hat. Ihre Wuensche sollten endlich in Erfuellung gehen. Wir sind nach einer Weile zu Fuss in einer Strasse angekommen, in der die schoenen alten Haeusschen schoen aufgemotz wurden um die Strasse ansehnlich zu machen. Ist auch gut gelungen.p1000776 Erinnert irgendwie an dieses neue Historische Viertel im Sueden Xi’An’s was gerade gebaut wir…^^

Nachdem wir hier noch was kleines zu Essen organisiert haben sind wir auch rein in diesen monumentalen Tempel… Naja… ich bin generell etwas skeptisch, aber wenn ich Moenche sehe, die mit Rucksack und Handy am Ohr das Kloster verlassen, dann komm ich nicht dran vorbei etwas zu schmuntzeln. Sieht ja alles ganz schoen aus, hat man aber schon 10 mal gesehen. Und irgendwie wollte danach das ganze Spirituelle bei mir nicht mehr so aufkommen. Der Park war aber tatsaechlich ganz niedlich. Viele Teiche mit Kois und Schildkroeten. Und dann auch nicht nur eine Schildkroete sondern hunderte. So viele, das sogar Mar nach 2 Wochen das erste mal den Fotoapparat in die Hand genommen hat. Und dann gings los. Was er wild um sich geschossen hat mit der Kamera… so froh hab ich noch nie wen an ner Kamera knipsen sehen. Diese kleinen Tierchen haben es ihm angetan…p1000796 und wie…

Ich hab bestimmt 20min auf Mar gewartet bis er befriedigt mit der Anzahl und Qualitaet der Fotos war. Es sollten immerhin die einzigen Bilder bleiben die er macht.
Das Kloster sollte dann Bald schliessen, das Tee Haus machte auch zu und das vegetarische Restaurant sah auch nicht so wie der Bringer aus, vor allem fuer uns Fleisch Fanatiker. Wir sind dann halt noch etwas rumgelaufen und haben ueber 5 Ecken weiter hinter in den Park gefunden wo an einem Koi Teich noch ein weiteres kleineres Tee Haus war. Dort war es dann so weit und Kelly durfte endlich in China, chinesischen Tee trinken… Jeder hat was anderes ausgesucht. Fuer Mar hab ich speziellen Magen Tee bestellt, da er… naja ihr koennt es euch denken. Aber es kam und hat gewirkt. Kamille mit Chilli und was weiss ich. Der Spass sah dann so aus.p1000822 Hier sassen wir dann, haben ein paar Stunden ueber Gott und die Welt geredet, den Tee mehrmals aufgegossen und ne echt gute Zeit gehabt. Wir sassen gar so lang bis der Park lange zu war und uns der Teehaus Mann durch die Hintertuer rausschaffen musste, da er auch zu machen wollte. So war es halt schon Abend und der Tag an sich rum. Wir haben uns dann vorgenommen einen FIlm zu schauen (”Slumdog Milllionaire”) da Mar und kelly den noch net geschaut haben. Leider war der Videoraum besetzt sodass unser Essen, welches wir beim Film schauen essen wollten laengst alle war bevor der Film losging. Also haben wir uns bei Kelly und Mar den Film angeschaut und sind dann peunktlich nach dem Film alle ins Bett gefallen und haben geschlafen.

Am Tag 3 sollte es ja am Nachmittag weiter Richtung Guilin gehen. Doch vorher stand noch etwas anderen an. PANDAS. 熊猫!!! 功夫熊猫! Wir sind frueh auf, da die Busse vom Hostel frueh losfuhren, doch mit Essen und allem war diese Idee schnell vom Tisch. Also rein in ein Taxi und ab da hin. Die Fahrt war holprig und der Verkehr das Letzte, aber wir haben es geschafft, Tickets geholt und sind rein ins Gehege. Da viele von unserem Hotel mit da waren haben wir uns auch einfach an eine Gruppe gehaengt und sind mit. Bis wir dann mal irgendwann nicht weiter wollten und ich dem Guide erklaeren musste, dass wir gar nicht dazu gehoeren…^^p1000841 Ein riesiger Park mit vielen verschiedenen Gehegen umgeben von Wald und viel Gruen… die ganze Anlage an sich war schon einen Ausflug wert, wenn ich mir die Bilder so im nachhinein anschaue. Zu den Pandas laesst sich eines sagen. Niedlich nein, doof ja… ich wiess ja nicht was an so nem grossen Fellknaeul suess sein soll, das den ganzen Tag lethargisch vor sich hinisst…aber naja… lustig waren sie auf jeden Fall. Da hat einer tatsaechlich versucht eine Treppe nicht einfach runter, sondern zwischen den Holzstufen hindurch sich zu quetschen. 5 Minuten hats gedauert, aber er hats mit einem dumpfen PLUMPS auf dem Boden geschafft… Wahnsinn! Wahnsinnig daemlich… p1000827 UND von wegen die koennen Kung Fu…. Pustekuchen!!!
Es gab dann etwas weiter hinten in einem anderen Gehege noch waschbaeaehnliche rote Pandas, die allgemein ewas aufgeweckter waren. Alles in allem war das schon ein netter Ausflug gewesen, obwohl ich eigentlich nen KungFu Panda sehen wollte. Zum Schluss gab es noch nen Eiskaffee schon musste wir zurueck. Unser Zug war ja schon halb bereit und wir wollten endlich mal ohne rennen ankommen. Geschafft haben wir es auch, doch wie und was dann passier kommt morgen in dem Speciel Feature “Der Albtraum wird wahr”… bis dann.

Tut mir leid das ich so selten schreib. Ich hol es jetzt stetig nach, versprochen. Besuch, der Umzug nach Shanghai und nun das Praktikum setzen mir zeitlich etwas zu. Aber ich bin dran.


Sep 8 2009

Sie sind ja immernoch da… Xi’An

So, mit Peking waren wir 3 nun durch und da die Beiden eh mehr vom Land, den Leuten und dem einfachen Leben sehen wollten haben wir uns auch nach 3 Tagen Beijing auf den Weg ins relativ zentral gelegene Xi’an gemacht. Von da aus koennten wir gut nach Westen, weiter nach Sueden oder sogar nach Osten fahren. Fuer uns stand ja noch nicht ganz fest wohin wir denn eigentlich wollten.

Obwohl mir von allen Leuten fuer eine 11h Fahrt definitiv ein Schlafwagen empfohlen wurde, mussten wir uns doch mit weichen Sitzen begnuegen. Immerhin ging die Klimaanlage und die Fahrt war ueber Nacht. Geklappt hat das dann am Ende auch kostenguenstig und schnell. Wie es anders laufen kann erzaehl ich euch dann spaeter. In Xi’an angekommen mussten wir auch nicht lang warten und konnten direkt in einen kostenlosen Bus zur Herberge steigen. Wir hatten uns natuerlich schon mehrere ausgesucht, doch da diese zu erst uns zugewunken hat sind wir halt da gelandet. Gelohnt hat es sich. Wir sind in der Bell Tower Hostel gelandet. Sauber, guenstig und vor allem zentral. Direkt neben dem Bell Tower an einem riesen Kreisverkehr im absluten Zentrum der Stadt. p1000717

Wir sind relativ frueh in Xi’an angekommen, weswegen wir auch noch etwas erleben wollten. Also haben fix unsere Sachen in der Herberge verstaut, uns frisch gemacht und sind gleich nach Draussen. Futtersuche. Wir sind aus der Herberge und etwas in der naeheren Umgebung umhergestiefelt. Es mutete alles schon etwas anders an als Beijing. So chaotisch es den meisten Besuchern am Anfang in Beijing auch vorkommt. Umso mehr wir nach Sueden sind umso lustiger wurde es. Wir haben trotzdem was zu essen gefunden und sind dann einfach in ein Taxi und haben uns zurueck zum Bahnhof fahren lassen. Hier stehen die Tourbusse, bzw die Schwarzbusse mit denen man auch mal woanders hin kommt. Ziel war, wie sollte es anders sein, die Terrakotta Armee. Der Bus fuhr ne gute Stunde und schon waren wir da. Leider bedauerlich, der teure Eintrittspreis. Gut 9 Euro plus ein Shuttlebus Ticket fuer die Leute die wenig Zeit haben ist im Vergleich relativ viel. Aber gut, es ist trotzdem eines der Dinge, die man wenn man in China reist und unterwegs ist, gesehen haben sollte. Und auf der anderen Seite: wo kommt man in Deutschland fuer 9 Euro schon rein? imgp1152 Die Halle an sich sit schon recht imposant. Es gibt noch 2 weitere kleine Hallen voller ausgegrabener Figuren und rund um das ganze Gelaende scheinen noch viele kleine Ausgrabungen stattzufinden. Auf dem Weg zurueck haben wir auch festgestellt warum. Keine 2km weiter ist das Grab von QingShi HuangDi. Dem Kaiser, welcher China als erstes komplett vereinigt hat, aber auch vom Erfolg und was weiss ich so paranoid wurde, dass er um seinen Grabesberg gleich mal tausende Steinsoldaten einbuddeln liess. Ja, jeder hat so seine Macken.

Es war erst 6, keiner war muede, als wir angekommen sind, da kann man die 5min Taxi Strecke vom Bahnhof auch mal zurueck laufen. Wir haben unterwegs noch gut gegessen und sind querfeldein Richtung Herberge gelaufen. Unterwegs haben ich den wahrscheinlich interessantesten und charaktervollsten Park aller Zeiten gesehen. Stellt euch vor jemand baut mitten in der Stadt einen kleinen Vergnuegungspark, in welchem jede Attraktion nur halb so gross ist wie man es sonst gewohnt ist. Nun laesst man diesen Park 7 Jahre unberuehrt, bis alles verrostet, mit Gras ueberwachsen ist und das Wasser der Teiche etwas trueb ist. Nun packe man in jenen Park, der offensichtlich fuer Kinder ist, ein paar Muetter samt Kinder, die ueberall Spielen, ein paar Tanzende Rentner und ein paar jugendliche Paerchen. Und schon hat man eine Aussicht, welche man fuer Geld nie kaufen koennte. Wahnsinn! Dieser kleine, alte Park war derart schoen, auf seine Weise. Alt, verrostet, aber nicht dreckig, halt nur etwas verkommen. Trotzdem voller Menschen, auch wenn so manche menschenleere Attraktion dabei war. imgp1176 Langsam fingen uns dann aber die Fuesse an weh zu tun. 5min Taxi koennen zu Fuss ganz schoen weit sein. War immerhin auch ein langer Tag. In der Herberge wollten wir dann noch was trinken und vielleicht noch weiter ziehen, aber Kelly hat sich nach dem Duschen schon hingelegt und Mar und ich sind beim Bier trinken fast eingeschlafen, also haben wir den Tag hier mal beendet.

Wir haben direkt nach Ankunf schon Tickets fuer die Weiterfahrt gebucht, nur gab es fuer die Nacht keine Fahrt. Ziel sollte Chengdu sein und der naechste Zug faehrt erst in Anderthalb Tage am fruehne Abend los. Da haben wir ja noch gut Zeit. Programm fuer Tag 2 in Xi’an war der HuaShan. Ein gut ueber 2000m hoher Berg mit vielen Gipfeln, welche alle abwanderbar sind. Ganz einig wann und wie und ob waren wir uns davor noch nicht, aber am Ende wars gut, das wir uns auf den Weg gemacht haben. Wieder ab zum Bahnhof. Hier warteten schon wieder fleissig Busse. Wir haben prompt den gefunden, den wir wollten, nur wollte und wollte der einfach nicht losfahren. Prinzzip hier ist nicht wir fahren alle 15min. Prinzip hier ist, wenn Bus voll = Abfahrt. Leider hat es fast 2h gedauert bis der Bus voll war. So lang sassen wir da und haben uns gelangweilt und geraetselt. Die fahrt war angenehm. Ich hatte nen kleinen 12 jaehrigen HongKong Chinesen neben mir sitzen mit dem ich ueber Filme geredet habe. War lustig, da er Mandarin auch nur in der Schule lernt und wir beide uns mit unserem chinesisch Muehe geben mussten. Aber Papa hat gut geholfen.

Angekommen und gegessen mussten wir feststellen, dass es schon kurz vor 1 ist. Um 19Uhr faehrt angeblich der letzte Bus. Wollen wir wirklich noch da hoch? Steffi der Realist und Geizhals stellt das natuerlich immer wieder in Frage. Aber die 2 anderen waren hart entschlossen, also rein in den Shuttle Bus und ab zur Seilbahn, welche uns dann fuer sage und schreibe 150 Yuan (17 Euro zu dem Zeitpunkt) pro Person nach oben gebracht hat. Man muss dazu sagen, dass uns die Seilbahn auf 1600m Hoehe gebracht hat, aber ueber 15 Euro dafuer, nachdem man schon 10 Euro Eintritt fuer den Park… ach lassen wir das. Es war es wert! Kelly und Mar haben zwar ein fuer mich untrainierten Kerl viel zu sattes Tempo vorgelegt, aber trotzdem haben wir es innerhalb einer Stunde auf den 2100m hohen Nordgipfel gepackt. Aussichten…p1000648 Eine Nebelwand steigt an uns Vorbei. Das Wetter war auf seine Art perfekt, auch wenn der Regen ein bisschen genervt hat. Aber nur kommt der Brenner… faellt euch hier etwas auf???p1000645 Es sind keine Crocs…. Es geht noch besser! Weltpremiere… geniesst die Aussicht, ich glaub in der Oeffentlichkeit werdet ihr Mar nie wieder mit den Latschen sehen. Ja, Mar und ich haben uns Wanderlatschen geholt… ohne Worte. Was der Arme sich von uns fuer Sprueche anheoren musste die ersten Tage. p1000662 Fuer Kelly war aber hier nicht Schluss, sie wollte weiter. Steffi macht natuerlich wieder Druck, die Zeit verging schnell und bis 7 unten sein wurde langsam wirklich knapp. Ich habe aber frueh genug angefangen die Beiden zu nerven, also ging es dann nach Erkundung des Nordgipels wieder nach unten. Diesmal auf anderer Bahn, die uns dann direkt an die Spitze der Warteschlange fuer die Seilbahn gebracht hat. Wir haben es noch kurz vor 7 nach unten geschafft, sind in den Bus und haben dann dank des fabulosen BusVoll = Abfahrt-Prinzip nochmal 30min warten muessen. Aber Steffi war gluecklich. Wie immer bin ich der Einzige gewesen, der sich um so Sachen wie zu spaet kommen und Geld verschwenden Sorgen macht. Die 2 waeren auch auf dem Berg geblieben und haetten da in einer der Raststaetten uebernachtet. Wir haben es dann aber an dem Abend noch nach Xi’An geschafft und Steffi konnte ruhigen gewissens morgen Muskelkater zu haben einschlafen.

Nun hatten wir noch den halben Tag Zeit bevor der Zug faehrt, was nicht reicht weiter weg zu fahren, aber fuer ne kleine Tour durch die Stadt noch Freiraum liess. Wir sind mit dem Taxi einfach nach Sueden gefahren. Kellys Bibel (Loneley Planet) meinte dort sein ein schoener Park, mit einem Tempel. Mal was Anderes…. Naja, der Park entpuppte sich als ganz lustig. Mar und ich sind den 7 stoeckigen Turm nach oben, waehrend Kelly draussen im Park Huehner und anderes Getier durch die Gegend gescheucht hat. p1000725 Das Wetter war schoene, die Laune gut, also sind wir bis der Zug gefahren ist einfach nur die die Gegend gewandert und haben das Leben genossen. Xi’An mag auf eine Art etwas chaotischer wirken als das organisierte Beijing. Aber an sich versprueht die Innenstadt, der doch recht kleinen Stadt im Vergleich zu Beijing eine gewisse Ruhe, die ich zuvor lange nicht mehr gespuert habe. Alles in Allem eine sehr sehenswerte Stadt in welcher man auch mal ein paar Tage laenger bleiben kann. Nur war unsere Zeit gekommen. Wir hatten den ganzen Tag Zeit, doch am Ende mussten wir wie immer rennen. 2min vor Abfahrt konnten wir 3 uns dann ausser Atem in unserem Wagen niederlassen.

Was dann passiert und wie es in Chengdu weiter ging folgt bald. Tut mir leid, dass ich so faul bin und es ewig nicht gescafft habe zu schreiben. Dauerbesuch, Internetverlust, Umzug und nun Praktikum zehren etwas an meinen Freizeitgestaltungsmoeglichkeiten. Aber ich habe mich nun in Shanghai eingelebt und werd mich kuemmern die Tage den Rest dieser Reise zu vervollstaendigen um dann noch den Gerd/Chrissi/Reni Besuch, sowie die ersten Eindruecke von Shanghai niederzuschreieben. Also bis bald.


Aug 12 2009

Auf einmal waren sie da… Beijing

Angefangen hat alles Anfang July. Ploetzlich standen 2 Deutsche mit riesigen Rucksaecken am Flughafen und Abenteuer auf der Stirn geschrieben. Derweil wollte ich doch nur meine Ruhe haben…^^ Angekommen sind die nirgendwo anders al hier in Beijing. Hier beginnt unsere Reise auch. Denn bevor man sich Eindruecke aus dem Sueden und vom Rest Chinas sammeln kann sollte man den Vergleich zum modernen und auch traditionell pekinger China haben.

Und so beginnt unsere Reise nun in Beijing. Plan fuer Tag 1 sind Tempel. Angefangen beim Lamatempel der relativ klein und ruhig in einer doch recht hektischen Gegend steht. Viel Rauch und generell stickige Luft machen den Besuch hier schonmal zu einer teilweise spirituellen Erfahrung.imgp1078 auch fuer die Beiden hier…

Weiter ging es auf der Linie 5 direkt nach Sueden bis zum Ende der Linie. Hier wartet der schoene TianTan auf uns der uns anfangs noch schoen trocken,… p1000383aber dann doch eiskalt erwischt hat…p1000402

Den Tag danach ging es direkt hoch hinaus. Die Mauer stand an. Also rein in die Bahn, ab zum Bus und weiter zur Mauer. Das haetten wir wahrscheinlich auch schneller haben koennen, aber wir sind ja Abenteuertouristen. Das Wetter hat leider an dem Tag nicht wirklich mitgespielt, weswegen wir bei der Sicht etwas betrogen wurden. Imposant und ansehnlich ist dieses Bauwerk aber allemal.imgp1107 Gefolgt wurde dieser Ausflug mit dem ersten Angriff auf den Silk Market, auf welchem die 2 skuppellosen Deutschen keinen Cent zu viel gelassen haben, auch wenn der frisch erstandene Koffer schon halb voll war
.
Tag 3 ging es weiter zu einem meiner Favoriten: der Sommerpalast. Das Wetter war leider nur OK und endlich hat es mal ein Taxifahrer geschafft uns am Nordtor rauszuwerfen, wogegen sich die meisten immer straeuben. p1000527 Naja, so gut war das Wetter dann doch nicht…
Fuer das Abendprogramm haben wir uns nach einer weiteren Einkaufstour fuer etwas Kultur entschieden. Da die normale Pekingoper meinen Bruder und mich nicht ins Theater locken konnte haben wir uns im Kompromiss fuer eine Akrobatikshow entschieden, die nicht guenstig aber jeden Cent wert war. p1000548 Jeder von uns hat schonmal Cirque du Soleil im Fernsehen gesehen und man meint eigentlich sowas wuerde einen nicht mehr schocken. Aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich noch nie etwas derartig Gutes gesehen habe.


Jul 27 2009

Wieder Allein

Gute 3 Wochen ist es her, da sind 2 Deutsche hier bei mir eingefallen und haben mich quer durch die Volksrepublik verschleppt. Gesehen haben wir viel, gegessen noch mehr. Den ganzen Ausflug werde ich die Tage nochmal aufrollen, da ich erstmal die paar tausend Bilder sortieren muss. Aber eines sei gesagt. Auch auf Reisen und mit dem Rucksack, wir Brueder sind immer Stilgerecht unterwegs…
p1010125
Geniesst das Bild, denn so werde ich bestimmt nicht nochmal aussehen…


Jul 16 2009

Shmutzfinken…

Leider habe ich es in Chengdu nicht geschafft viel von dem zu erzaehlen was wir gemacht haben. Das werde ich jetzt leider auch nicht. Wenn wir wieder zurueck in Beijing sind werde ich alles nochmal mit vielen Bilden von hinten aufrollen. Aber soweit: wir waren 2 Tage in Chengdu, haben Pandas gesehen und vor Allem abgespannt. Viel geschlafen und gut gegessen. Da wir ja so eine gute Hinfahrt hatten haben wir uns auch sehr auf die 25h Weiterfahrt nach Guilin gefreut. Nur hier lief einiges schief. Der Wagen war ein paar gute Jahrzehnte aelter, keine Klimaanlage und im Allgemeinen nicht ganz so sauber wie der erste Schlafwagen. Dazu kam die kleine Familie in unserem Wagon mit dem kleinen Baby was dann oefter mal auf den Boden gemacht hat(ma traegt ja keine Windeln), den Rest koennt ihr euch bei 40Grad im wagon denken… Angekommen sind wir trotzdem in Guilin, nur haben wir uns 3 selten soooo eklig gefuehlt wie gestern. Aber nichts was eine gute Dusche nicht richten kann. Sauber und frisch haben wir die Stadt erkundet, die wunderschoen anzuschauen ist, sehr guenstig und auch relativ ueberschaubar. Heute haben wir dann einen der schoensten Ausfluege gemacht und auf 900m Hoehe endlose Reisterassen beobachtet und erwandert. Absolut Sehenswert! Morgen geht es weiter nach Yangshuo, welches nur eine gute Stunde entfernt liegt, wo wir dann ein paar Radtouren durch die Wildnis machen werden. Absolut atemberaubende Gegend, wenn da nur nicht das Wetter waer. Abgesehen von den 35Grad Midesttemperatur stehen wir auch noch 70% Luftfeuchtigkeit entgegen, die jedes frische Tshirt beim verlassen des Hauses schon Flecken verabreicht… aber man gewoehnt sich ja an Alles…

Gruss aus Guilin


Jul 12 2009

Wilkommen in SiChuan

17 Stunden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger hat es gedauert die eigentlich kurze Strecke von Xi’An nach Chengdu zurueck zu legen. Dafuer im 6er Hart-Bett Wagon mal wieder die einzigen Auslaender weit und breit zu sein ist auch eine Erfahrung fuer sich. Wir haben in Xi’An schon kaum einen Westler gesehen, aber je suedlicher wir kommen, desto spaerlicher wird es auch. Trotzdem war die Fahrt hammer! Kaum im Zug packen 100 Chinesen im Wagon ihr Essen aus und legen los. Wir tun es gleich und teilen mit den neu gewonnen Freunden was geht. Wenn es solche Wagons in Deutschland geben wuerde, wuerde der Begriff Familienausflug gleich eine andere Bedeutung bekommen. Fotos folgen,… aber so viel sei gesagt. Wer fliegt verpasst was!

Angekommen sind wir in Chengdu. Frisch geduscht und bereit werden wir den Nachmittag noch mit Pandas verbringen. Was dann kommt und wie es genau lief erzaehl ich dann spaeter. Vielleich schaff ich es auch in dieser Herberge mal ein paar Bilder hochzuladen.

So far aus Chengdu…


Jul 10 2009

Xi’An: Kaltwetterflug

Nach langer Diskussion am gestrigen Abend, als wir alle mehr oder weniger ins Bett gefallen sind, haben wir uns dafuer entschlossen heut zum HuaShan zu fahren. Kleines Gebirge mit 5 Gipfeln die um die 2000m ragen. Klingt schon mal recht imposant fuer nen Tagestrip. Ich bin ja eher der “einfach fahren Typ”, aber der Anhang geht natuerlich nicht ohne Lonely Planet aus dem Haus. Von daher wissen die Beiden eh immer besser bescheid als ich, angeblich… Nunja, nachdem wir Kelly davon ueberzeugt haben, dass wir es nicht wie beschrieben schaffen werden an einem Tag alle Gipfel zu Fuss abzuklappern ohne auf dem Berg zu uebernachten, konnten wir uns darauf einiges morgens um 8 aufzustehen um dann noch vor Mittag auf dem ersten 2000er zu stehen. Schoene Ambitionen, die dann nicht ganz so gut umsetzbar waren.

Um 8 aufstehen haben wir geschafft, aber mit frisch machen und Fruehstueck, sowie der Fahrt zum Bahnhof ist es dann schnell um 10 gewesen als wir an dem enzigen Bus waren der uns zum Berg bringen konnte. Problem dann war, dass die Busse nach einem komischen Prinzip fahren, da es keine Linienbusse sind, da der Berg 130km weit entfernt liegt. Vorgegangen wird nach dem Prinzip Bus voll=Abfahrt. Klingt ja auch logisch, nur wollte um diese Uhrzeit aus Xi’An niemand zum HuaShan, weswegen wir dann noch bis kurz vor 12 warten mussten. Die Fahrt war lang, aber flott. Neben mir sass ein kleiner 13 jaehriger Junge aus GuangDong, der mich die ganze fahrt mit Fragen geloechert hat. Schlaues Buerschchen!

Gegen 2 sind wir dann endlich angekommen, haben uns noch was zum Berg angehoert, bzw eher ich habe mir was angehoert, dann sind wir ins Taxi zum Osteingang. Dort etwas gegessen und mit dem Bus die 7km bergauf bis zur Seilbahn. Denn da wir um 2 erst angekommen sind und um 7 der letzte Bus faehrt mussten wir unsere Plaene etwas anpassen und mehr oder weniger alles streichen um ueberhaupt noch auf dem Berg zu kommen. Da wir schon Tickets fuer die Fahrt nach Chengdu haben, blieb leider keine Zeit den Trip zu verschieben oder auszuweiten. Vorn weg noch, dieser Ausflug ist bei weite der Teuerste bisher. Die Terrakotta Armee war teuer mit ca. 9 Euro Eintritt plus Fahrt. Aber dieser Trip geht da noch weiter. Wer nur einen halben Tag Zeit hat braucht die Seilbahn, die einen auf den Nordgipfel bringt, auf 1600m. Hin und Rueckfaht kosten schonmal 15 Euro. Hinzu kommen Busfahrt, Taxi, nochmal Bus und Eintritt in den Park. Insgesamt belaeuft sich der Trip pro Person heut auf 34 Euro, was sogar jedes Ausflugziel in Beijing in den Schatten stellt. Minuspunkt fuer Xi’An.

Aber lohnen, muss ich sagen, tut es sich auf jeden Fall. Man ist umringt von Bergkuppen, eingetaucht in Nebel und Wolken. Wie man es von wunderschoenen Bildern und Dokumentationen kennt. Leider hat das Wetter mit Regen und Wind auch nicht ganz mitgespielt. Trotzdem war es die Anstregung wert. Wir sind vom Nordcamp weiter. Ca 1h bin ich Mar und Kelly hinterhergehechelt, da diese mir ein heftiges Tempo vorgelegt haben. Aber bald schon haben wir die 200m Marke geknakkt und konnten in Ruhe die Aussicht geniessen, bevor es aus Zeitgruenden wieder nach unten gehen musste. Der Abstieg war um einiges leichter, aber fuer die Knie schmerzhafter. Geschafft haben wir es trotzdem, wenn aber knapp. 18:53 sind wir am Bus angekommen, der dann aber eh noch 40min auf restliche Touristen gewartet hat.

Fazit: Sehr Teuer, aber definitiv ein Muss. Mein Vorschlag ist 2 Tage zu veranschlagen, frueh los, so weit steigen wie geht, dann auf einem der Gipfel im Hostel uebernachten(ca. 5EUR pP) und am 2. Tag den Rest erkunden und in aller Ruhe wieder herunter. Dazu noch gutes Wetter und ein absolut unvergessliches Erlebnis ist garantiert.


Jul 9 2009

Xi’An: Prolog

Nachdem wir 3 Tage durch Beijing getingelt sind und im Eiltempo alles Sehenswerte abgerannt haben darf ich nun freudig verkuenden, dass Kriegi, Kelli und Steffi in XiAn angekommen sind. Wir haben heut schon die Terrakottaarmee und die halbe Stadt erlaufen und sind somit in jeder Hinsicht XiAn fit. Morgen HuaShan und was sonst noch so uebrig ist. Von daher steht noch Einiges vor uns, aber wir bleiben dran. Euch viel Spass und schoene Gruesse aus XiAn, von Mar, Vio und mir…

Nachtrag von Gestern.
Wir sind um 8 in Xi’An angekommen nach 11 Stunden Zugfahrt, die am Ende keiner von uns gut geschlafen hat. Sind direkt zur Hostel vom Bahnhof, welche sich direkt neben dem Belltower im Zentum der Stadt befindet. Der Belltower ist ein richtiger Hingucker bei Nacht. Von dort sind wir etwas essen und haben uns die Tickets fuer die Fahrt uebermorgen nach Chengdu besorgt. Viel Zeit war nicht mehr, der halbe Tag vorbei, sehen wollten wir aber nochwas, also ab zum Bahnhof, in einen Bus gehuepft und Richtung Terrakotta Armee gefahren.

Angekommen mussten wir feststellen was fuer eine Gelddruckmaschine dort aus dem Nichts gezaubert wurde. Mitten im Nirgendwo wurde eine ganze Stadt gebaut, voller Laeden und voller Leben, in der sich tausende Touristen tummeln. Und das direkt vor dem Tor zum Terrakottamuseum. Zufall? Also rein in die gute Stube. Auch wenn der Eintritt mit knapp 10 Euro relativ hoch ist, will man doch sagen koennen man war da. Das wollten wir auch also ahben wir auch keine Sekunden gezoegert, sind dann ins das ECar gestiegen und haben uns vor die Tore der Hallen fahren lassen.
Wir haben zu erst die 2 kleine Hallen und das Museum abgegrast und uns die Mega Halle aufgespart. Zu recht. Abgesehen von der schieren Groesse der Halle, die mich schon beeindruckt hat, ist sie auch noch gefuellt mit ausgegrabenen Soldaten… ohne Worte. Definitiv ein Muss fuer jeden Xi’An Besucher. Bilder der Geschichte folgen noch, da kann ich mir das erlaeutern ersparen.

Danach sind wir wieder am Bahnhof angekommen und wollten die Stadt ein wenig besser kennenlernen und haben uns entschlossen statt dem Taxi zu nehmen doch lieber zu Fuss zum Hostel zu laufen. Das Taxi hat ja auch nur 5min gebraucht, so weit kann es ja nicht sein. Unterwegs sind wir durch einen Vergnuegungspark im Zentrum der Stadt gegangen. Voller Spielsachen fuer Kinder. Riesenrad, Achterbahn und alles was man sich wuenscht. Nur das dieser Park wenn auch voll trotzdem mit Unkraut uebersaeht war und somit einen absolut rustikal, vergessenen und verlassen Eindruck machte. Dieser verspruehte auf seine Art einen derartigen Charme. Mal wieder etwas definitiv Sehenswertes. Wir sassen da, ahben Kinder in uralten Spielzeugen, Spielplaetzen, Booten spielen sehen. Alle waren gluecklich und wir waren es auch. Wir hatten als es anfing gruen wurde mit einem kleinen Park gerechnet aber nicht damit.

Danach haben wir uns noch etwas verlaufen es aber trotzdem halb tot zur Hostel geschafft und sind wirklich nur noch ins Bett gefallen. Mehr war nicht mehr drin.


Jul 3 2009

It’s Over!

Tja, so schnell kann es gehen. Den einen Tag verlaesst man Deutschland auf unbestimmte Zeit und eh man sich versieht muss man sich schon langsam am Horizont Gedanken um die Rueckkehr machen. Kann sein das es nur mir so vorkommt, aber ich habe das Gefuehl, dass die Zeit von Jahr zu Jahr schneller vergeht…

Nun ja, ich habe ja schon lange nichts mehr geschrieben. Grund dafuer ist das ich mir selbst in vielerlei Hinsicht zu viel Stress gemacht habe. Offensichtlich waren Pruefungen fuer die gelernt werden musste, sowie mussten auch alle Pruefungen bestanden werden. Hier koennen schonmal alle aufatmen, mit je 75% in Tingli und Zonghe(Yuedu ist hier mit drin) und 91% in Kouyu hab ich mir da anscheinend fast schon zu viel Stress gemacht, da diese relativ ruhig und solide gelaufen sind. Da darf man auch mal stolz auf sich sein…5126_1181875629739_1313642645_477273_181590_n

Viel schwerer faellt mir die Praktikumssuche, bzw mache ich mir dabei viel mehr Stress. Die Auswahl ist riesig und ich werde mit aller Wahrscheinlichkeit nach einer grossen Tour durch China im Sommer, ein mehr als passendes Praktikum gefunden haben.Die Frage, die mich eher geplagt hat war, was ich ueberhaupt spaeter mal anstellen will. Ja, manche Leute haben das auch mit 24 noch nicht herausgefunden. Natuerlich drueckt mich meine Studienwahl in eine gewisse Richtung, aber auf der anderen Seite laesst sie auch so viel Spielraum wie kaum ein anderer Studiengang. Da kann man auch mit 24 noch vollkommen ratlos sein…

Auf der Suche nach Praktikas stolpert man ueber jegliche Art von Firmen, die Stellen in allen moeglichen Bereichen anbieten. An sich perfekte Ausgangsvoraussetzungen. Wenn man denn wuesste was man eigentlich sucht. Ich wuerds euch gern sagen, aber sicher bin ich mir selber noch nicht. Richtung habe ich, aber was genau und wohin fehlt mir immernoch. Manchmal waere es doch einfacher kein neurotischer, viel zu rational denkender Deutscher zu sein und einfach zu “machen” anstatt zu denken.

Ich habe hierfuer viele verschiedene Therapien versucht,…6768_123069520198_647060198_3404187_5980741_n geholfen hat es bis jetzt noch nicht. Aber die naechste Denkhilfe rollt morgen am Flughafen an: Der Bruder mit Anhang. Wir werden dann versuchen ein Grossteil Chinas in den naechsten 3 Wochen mit dem Rucksack zu erkunden. Mal schauen wie weit wir wirklich kommen. Nachdem die Gesangstherapie etwas maessig ausgegangen ist, hoffe ich doch, dass mir auf dieser Reise klar wird was mal aus mir werden soll…

Drueckt mir die Daumen!