Endspurt
Fast 4 Wochen ist es mittlerweile her, dass ich hier angekommen bin. Kaum zu glauben wie schnell die Zeit doch rum geht, wenn mein Reni nicht in der Nähe ist. Wie erwartet wird jetzt natürlich alles doch recht knapp und ich bin zwangsläufig den ganzen Tag unterwegs. Immerhin habe ich wahrscheinlich alles im Kasten, was ich für die geplanten Szenen brauch. Bei über 600 kurzen Videos und insgesamt mehr als 13h Material seh ich leider selbst nicht mehr ganz durch.
So, was ist denn alles passiert die Tage? Donnerstag habe ich ja das letzte mal geschrieben. Freitag hatte ich ja viel geplant. Morgens um 10 Treffen mit Pablo, um 2 dann der Roberto und dann am Abend mit dem Falk und Berti ein Bierchen trinken gehen.
Also bin ich dann auch los morgens um 10 und hab mich mit Pablo getroffen, bzw. hab es versucht. Als Lateinamerikaner hat er natürlich erstmal eine halbe Stunde vorher geschrieben und gesagt, dass er noch eine halbe Stunde braucht und ist dann danach auch noch eine extra halbe Stunde zu spät gekommen. Das hat mir aber auch die Möglichkeit gegeben auf dem Spielplatz hinter unserem Wohnblock hier die kleinen Kinder mit ihren nicht vorhandenen Windeln und Schlitz in der Hose beim Spielen zu filmen. Die Blicke, die ich mir dafür einfangen musste waren allerdings nicht soo doll. Ein Mann allein, mit einer Kamera auf dem Spielplatz am Filmen kleiner Kinder… naja, bisschen komisch bin ich mir da auch bei vorgekommen.
Irgendwann kam der Pablo dann aber und da es schon Zeit fürs Mittagessen war haben wir uns in einem vollen Restaurant ausgebreitet. Hier gabs dann auch wieder allerhand lustige Blicke, als dann das Stativ, die Kameras und meine Schreibuntensilien neben den 3 Tellern auf dem Tisch gelandet sind. Danach hat mir der Pablo ein recht intensives und langes Interview gegeben, was durch viele in die Kamera laufende Chinesen und lautes Geschrei auch noch recht authentisch wirkt.
Danach ging es dann direkt weiter zum 2. Mittagessen mit Roberto, der zwar kein Kandidat für ein Interview ist, mit dem ich mich aber dennoch sehr gut unterhalten habe.
Danach war es dann auch schon nach 4 und die Sonne ging langsam unter. Michi und Co wollten Abends was Essen gehen, aber da ich an sich Abends noch 2 Interviews geplant habe musste ich hier ein bisschen hin und her organisieren und wie sich herausgestellt hat, hatten die beiden Kandidaten andere Pläne, und wollten sich lieber Sonntag mit mir treffen. Das kam mir ganz recht, da der Tag an sich schon arg hingezogen hat. Somit konnte ich dann auch mit Richtung DongZhiMen um irgendetwas Spezielles zu essen. War auch ganz lecker, aber das eigentliche Highlight des Ladens befand sich meiner Meinung nach auf der Toilette…

Für die nicht chinesisch lesende Gemeinde: Nicht kacken! Aus dem Ausgang links gibts in 20m eine öffentliche Toilette dafür!
Daumen hoch für China und deren Schilderwald, den ich so oft ich konnte auch beleuchtet hab und der dem deutschen Schilderwald in nichts nachsteht.
Danach ging es weiter nach SanLiTun, wo ich nach langer Zeit mal wieder im NanJie war, um günstig schlechten Alkohol zu trinken. Glücklicherweise wollte die Pandora auch schon früh weg, also musste ich nicht allzu lang dort bleiben. Mit Rucksack und der ganzen Elektronik immer am Mann kann man sich leider nicht so gut gehen lassen. War aber nach dem langen Tag auch nicht nötig, da ich eigentlich nur ins Bett wollte.
Samstag sollte dann eigentlich die einzige komplett gescriptete Szene abgedreht werden, aber da meine chinesische Freundin noch nen Kater vom Vorabend hatte mussten wir das auf Sonntag verschieben. Und schon ist aus der recht entspannt geplanten letzten Woche eine recht kompakte, zeitlich knappe Woche geworden.
Am Nachmittag bin ich dann noch mit einer Mitbewohnerin zum Salsa Kurs gegangen, den der Roberto hier an der Uni gibt und konnte ein paar Chinesen mal zappeln sehen.
Sonntag sollte dann ein recht langer Tag werden. Kurz nach Mittag hab ich mich mit Sherry getroffen und dann ging es auch schon los. Für einen kleinen 3 Minuten Clip hat es mich knapp 50km in und um die Stadt gescheucht, mit Bahn, Bus, zu Fuß und mit dem Taxi. Nach gut 4 Stunden waren dann 80 kleine Clips aufgenommen und gut eine Stunde Material vorhanden, die ich nun fein säuberlich zu einem kleinen Clip zusammenfuseln kann. Lasst euch mal überraschen, dieser Kurzfilm sollte das Sahnestück der Arbeit werden. Hierfür einen lieben Gruß und vielen Dank an Sherry, die den ganzen Tag tapfer durchgehalten hat. Was natürlich nicht selbstverständlich ist, wenn man keinen Ahnung hat worum es am Ende geht. Ich hoffe der Kuchen den du durch die ganze Stadt tragen durftest hat dir immerhin geschmeckt.
Nach diesem recht langen Dreh war dann aber noch nicht Schicht, denn gegen 9 musste ich direkt wieder am anderen Ende der Stadt im “Drei Kronen 1308″ sein um mich nochmal mit Falk zu treffen.
Hier hab ich dann mit Falk und dem Braumeister noch ein paar Bier getrunken. Am Ende hab ich dann noch ein Interview und ein paar extrem gute dunkle Weizen vom Braumeister bekommen, mit dem ich dann auch noch bis der Laden um 1 zugemacht hat an der Bar saß. GuanXi braucht halt seine Zeit in China…^^
Der Montag sollte aber nicht minder anstrengend und lang werden. Zum Mittag hab ich mit Falk dann zum Interview in SanLiTun getroffen. Mit einem Starbucks Kaffee bewaffnet haben wir uns eine gute Stunde super über die für mich interessanten Themen unterhalten und das angenehme Wetter und die Umgebung genossen. Achtung: Schleichwerbung!

Von hier ging es dann um 3 Richtung German Center, wo direkt das nächste Interview stattfand. Damit ist der Zähler jetzt bei 7 im Schnitt ca. 40 minütigen Interviews, was dann fertig geschnitten ohne weiteres für eine 30 Minuten Doku reichen sollte. Mal schauen was da aber morgen noch hinzukommt, wenn ich bei der UIBE bin. Heute habe ich erfahren, dass morgen unser Botschafter in China einen Vortrag halten wird, den ich mir dann auch noch anschauen werd. Wie gesagt, mal abwarten, vielleicht bekomm ich sogar den noch vor die Kamera…^^
Mittlerweile war es nun auch schon nach 5 und so konnt ich mir nach ein paar Nudeln um die Ecke nochmal den 3. Ring zu gemüte führen. Weihnachtlich geschmückt und direkt zur Rushhour sieht das Ganze hier folgendermaßen aus.
Und in die andere Richtung sieht es so aus.

Da musst ich diesmal aber gut friemeln um überhaupt ein paar Streifen hinzubekommen, da die Autos sich meist kaum bewegt haben.
Und für alle, die meinen in China gäbe es kein Weihnachten hier der Gegenbeweis, der den 3. Ring am Agricultural Exhibition Center ziert.

Interessant zu erwähnen ist hier vielleicht, dass dieser leuchtende Baum 2h vorher noch nicht da stand. Als ich um 3 dort vorbei bin, hat man gerade angefangen den aufzubauen. Beweisfotos hab ich natürlich auch. Hatte mich tagsüber schon gefragt, warum die so ein Drahtgestell dort hinpflastern, das es Leuchtdraht war, konnt ich ja nicht ahnen.
Danach ging es noch ans Einkaufen, aber das ist nochmal eine ganz eigene Geschichte auf die ich aus Frust nicht eingehen mag. Ich mag einkaufen einfach so gar nicht. Immerhin hab ich jetzt nen Koffer und ihn sogar teilweise gefüllt. Aber wenn ich da nur an die lange Liste denk, die Reni mir gegeben hat…