Dez 20 2010

Endspurt

Fast 4 Wochen ist es mittlerweile her, dass ich hier angekommen bin. Kaum zu glauben wie schnell die Zeit doch rum geht, wenn mein Reni nicht in der Nähe ist. Wie erwartet wird jetzt natürlich alles doch recht knapp und ich bin zwangsläufig den ganzen Tag unterwegs. Immerhin habe ich wahrscheinlich alles im Kasten, was ich für die geplanten Szenen brauch. Bei über 600 kurzen Videos und insgesamt mehr als 13h Material seh ich leider selbst nicht mehr ganz durch.

So, was ist denn alles passiert die Tage? Donnerstag habe ich ja das letzte mal geschrieben. Freitag hatte ich ja viel geplant. Morgens um 10 Treffen mit Pablo, um 2 dann der Roberto und dann am Abend mit dem Falk und Berti ein Bierchen trinken gehen.
Also bin ich dann auch los morgens um 10 und hab mich mit Pablo getroffen, bzw. hab es versucht. Als Lateinamerikaner hat er natürlich erstmal eine halbe Stunde vorher geschrieben und gesagt, dass er noch eine halbe Stunde braucht und ist dann danach auch noch eine extra halbe Stunde zu spät gekommen. Das hat mir aber auch die Möglichkeit gegeben auf dem Spielplatz hinter unserem Wohnblock hier die kleinen Kinder mit ihren nicht vorhandenen Windeln und Schlitz in der Hose beim Spielen zu filmen. Die Blicke, die ich mir dafür einfangen musste waren allerdings nicht soo doll. Ein Mann allein, mit einer Kamera auf dem Spielplatz am Filmen kleiner Kinder… naja, bisschen komisch bin ich mir da auch bei vorgekommen.
Irgendwann kam der Pablo dann aber und da es schon Zeit fürs Mittagessen war haben wir uns in einem vollen Restaurant ausgebreitet. Hier gabs dann auch wieder allerhand lustige Blicke, als dann das Stativ, die Kameras und meine Schreibuntensilien neben den 3 Tellern auf dem Tisch gelandet sind. Danach hat mir der Pablo ein recht intensives und langes Interview gegeben, was durch viele in die Kamera laufende Chinesen und lautes Geschrei auch noch recht authentisch wirkt.
Danach ging es dann direkt weiter zum 2. Mittagessen mit Roberto, der zwar kein Kandidat für ein Interview ist, mit dem ich mich aber dennoch sehr gut unterhalten habe.
Danach war es dann auch schon nach 4 und die Sonne ging langsam unter. Michi und Co wollten Abends was Essen gehen, aber da ich an sich Abends noch 2 Interviews geplant habe musste ich hier ein bisschen hin und her organisieren und wie sich herausgestellt hat, hatten die beiden Kandidaten andere Pläne, und wollten sich lieber Sonntag mit mir treffen. Das kam mir ganz recht, da der Tag an sich schon arg hingezogen hat. Somit konnte ich dann auch mit Richtung DongZhiMen um irgendetwas Spezielles zu essen. War auch ganz lecker, aber das eigentliche Highlight des Ladens befand sich meiner Meinung nach auf der Toilette…
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Für die nicht chinesisch lesende Gemeinde: Nicht kacken! Aus dem Ausgang links gibts in 20m eine öffentliche Toilette dafür!
Daumen hoch für China und deren Schilderwald, den ich so oft ich konnte auch beleuchtet hab und der dem deutschen Schilderwald in nichts nachsteht.

Danach ging es weiter nach SanLiTun, wo ich nach langer Zeit mal wieder im NanJie war, um günstig schlechten Alkohol zu trinken. Glücklicherweise wollte die Pandora auch schon früh weg, also musste ich nicht allzu lang dort bleiben. Mit Rucksack und der ganzen Elektronik immer am Mann kann man sich leider nicht so gut gehen lassen. War aber nach dem langen Tag auch nicht nötig, da ich eigentlich nur ins Bett wollte.

Samstag sollte dann eigentlich die einzige komplett gescriptete Szene abgedreht werden, aber da meine chinesische Freundin noch nen Kater vom Vorabend hatte mussten wir das auf Sonntag verschieben. Und schon ist aus der recht entspannt geplanten letzten Woche eine recht kompakte, zeitlich knappe Woche geworden.
Am Nachmittag bin ich dann noch mit einer Mitbewohnerin zum Salsa Kurs gegangen, den der Roberto hier an der Uni gibt und konnte ein paar Chinesen mal zappeln sehen.

Sonntag sollte dann ein recht langer Tag werden. Kurz nach Mittag hab ich mich mit Sherry getroffen und dann ging es auch schon los. Für einen kleinen 3 Minuten Clip hat es mich knapp 50km in und um die Stadt gescheucht, mit Bahn, Bus, zu Fuß und mit dem Taxi. Nach gut 4 Stunden waren dann 80 kleine Clips aufgenommen und gut eine Stunde Material vorhanden, die ich nun fein säuberlich zu einem kleinen Clip zusammenfuseln kann. Lasst euch mal überraschen, dieser Kurzfilm sollte das Sahnestück der Arbeit werden. Hierfür einen lieben Gruß und vielen Dank an Sherry, die den ganzen Tag tapfer durchgehalten hat. Was natürlich nicht selbstverständlich ist, wenn man keinen Ahnung hat worum es am Ende geht. Ich hoffe der Kuchen den du durch die ganze Stadt tragen durftest hat dir immerhin geschmeckt.

Nach diesem recht langen Dreh war dann aber noch nicht Schicht, denn gegen 9 musste ich direkt wieder am anderen Ende der Stadt im “Drei Kronen 1308″ sein um mich nochmal mit Falk zu treffen.
img_9714Hier hab ich dann mit Falk und dem Braumeister noch ein paar Bier getrunken. Am Ende hab ich dann noch ein Interview und ein paar extrem gute dunkle Weizen vom Braumeister bekommen, mit dem ich dann auch noch bis der Laden um 1 zugemacht hat an der Bar saß. GuanXi braucht halt seine Zeit in China…^^

Der Montag sollte aber nicht minder anstrengend und lang werden. Zum Mittag hab ich mit Falk dann zum Interview in SanLiTun getroffen. Mit einem Starbucks Kaffee bewaffnet haben wir uns eine gute Stunde super über die für mich interessanten Themen unterhalten und das angenehme Wetter und die Umgebung genossen. Achtung: Schleichwerbung!
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Von hier ging es dann um 3 Richtung German Center, wo direkt das nächste Interview stattfand. Damit ist der Zähler jetzt bei 7 im Schnitt ca. 40 minütigen Interviews, was dann fertig geschnitten ohne weiteres für eine 30 Minuten Doku reichen sollte. Mal schauen was da aber morgen noch hinzukommt, wenn ich bei der UIBE bin. Heute habe ich erfahren, dass morgen unser Botschafter in China einen Vortrag halten wird, den ich mir dann auch noch anschauen werd. Wie gesagt, mal abwarten, vielleicht bekomm ich sogar den noch vor die Kamera…^^

Mittlerweile war es nun auch schon nach 5 und so konnt ich mir nach ein paar Nudeln um die Ecke nochmal den 3. Ring zu gemüte führen. Weihnachtlich geschmückt und direkt zur Rushhour sieht das Ganze hier folgendermaßen aus.img_9757
Und in die andere Richtung sieht es so aus.
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Da musst ich diesmal aber gut friemeln um überhaupt ein paar Streifen hinzubekommen, da die Autos sich meist kaum bewegt haben.

Und für alle, die meinen in China gäbe es kein Weihnachten hier der Gegenbeweis, der den 3. Ring am Agricultural Exhibition Center ziert.
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Interessant zu erwähnen ist hier vielleicht, dass dieser leuchtende Baum 2h vorher noch nicht da stand. Als ich um 3 dort vorbei bin, hat man gerade angefangen den aufzubauen. Beweisfotos hab ich natürlich auch. Hatte mich tagsüber schon gefragt, warum die so ein Drahtgestell dort hinpflastern, das es Leuchtdraht war, konnt ich ja nicht ahnen.

Danach ging es noch ans Einkaufen, aber das ist nochmal eine ganz eigene Geschichte auf die ich aus Frust nicht eingehen mag. Ich mag einkaufen einfach so gar nicht. Immerhin hab ich jetzt nen Koffer und ihn sogar teilweise gefüllt. Aber wenn ich da nur an die lange Liste denk, die Reni mir gegeben hat…


Dez 16 2010

Leerlauf

Eine Woche noch! Und wie erwartet kommt jetzt alles auf einmal. Ich würde ja gern schreiben was alles Tolles passiert ist, aber nachdem Dienstag so viel los war, saß ich gestern, mehr des Wetters wegen, den ganzen Tag nur drin rum. Heute wurde dann ein Termin abgesagt, was mich auch im Handeln ein bisschen gelähmt hat. Ab morgen kommt es dagegen dann richtig dick mit 4 aufeinanderfolgenden Terminen am Freitag und einem ausgedehnten Dreh mit 2 chinesischen Freunden am Wochenende. Und die Zeit wird immer knapper. Zum Glück fliege ich erst Mittwoch Nacht und habe den Tag dann somit auch noch zur Verfügung.

Ein Besuch beim DAAD am Dienstag, wo ich, da ich schon einmal im German Center war kurz vorbei bin, hat mir nun noch einen weiteren glücklichen Kontakt beschert und somit darf ich am Dienstag zur UIBE (University of International Bussiness & Economics) in Beijing und die Germanistikklasse bezüglich ihrer Zukunftspläne und Träume aushorchen. Wer weiß was sich dort noch für Möglichkeiten ergeben würden. Leider ist dann aber nur noch 1 Tag Zeit.

An sich war der Monat dann fast schon zu knapp gewählt, da man mit etwas mehr Zeit noch viel mehr und differenziertere Quellen anzapfen könnte und die Arbeit aus noch vielen weiteren Winkeln betrachten könnte. Allgemein finde ich es extrem interessant wie sich mein einst kleines GuanXi (Vitamin B) Netzwerk in so kurzer Zeit dermaßen ausgeweitet hat. Von Deutschland aus war das so gar nicht planbar und das meiste hat sich wirklich erst vor Ort durch lustige Zufälle ergeben. Ich arbeite gedanklich grad noch an einer Grafik/Animation zu eben jenem GuanXi-Netzwerk um die Veränderung dieses Netzes zu visualisieren, das es das verdient hat…^^

Mir gehts aber gut und noch macht das Ganze Spaß. Da ich aber nun schon 2 Wochen die Erkältung mitschlepp, die Aufgrund des trockenen Klimas und der kühlen Nächte auf meinem Sofa auch nicht besser wird, sehn ich mich schon etwas mach meinem warmen Bett und einem langen Wochenende zu Haus bei Reni. Und so voll gepackt wie die letzten Tage jetzt werden wird das lange Wochenende wahrscheinlich schneller kommen als erwartet.


Dez 14 2010

-9

Grad Celsius stehen grad in Beijing laut Internet an. Dazu noch etwas Sturm und schon schaffen es die Tränen vom Wind auch direkt am Auge zu gefrieren… Also viel draußen rumlaufen war ja nicht, aber so hab ich immerhin 2 gute Interviews hinbekommen, war im German Center mal bei ein paar anderen Firmen vorsprechen und hab es geschafft das mittlerweile recht groß angeschwollene Vitamin B Netz noch weiter zu verdichten. So wie es aussieht wird es die letzten Tage nochmal spannend. 1. Woche eingewohnen, 2. Woche Termine machen und diese Woche Termine abarbeiten. Aber so kurz vor Weihnachten ist das alles eh wieder ein bisschen anders. Aber ich hab es auch nicht anders erwartet, als das es im totalen Chaos und Stress enden wird…^^
Fertig wird es aber und es wird genug Material für viele weitere an sich gar nicht geplante Szenen vorhanden sein. Mehr gibts leider heut nicht zu berichten, mal schauen was sich morgen ergibt…


Dez 12 2010

Mauer die 7.

Freitag habe ich ja schon kurz was in Richtung Sandsturm gesagt. Leider konnte man sich kaum draussen rumbewegen, von daher habe ich bis zum Abend gewartet, wo das nächste Treffen mit einem Bekannten anstand. Treffpunkt war gegen Abend am Südende vom SanLiTun Village, wo ich dann auch noch schenll folgende Bilder gemacht habe.
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Von hier gings dann mit dem Falk in eine Bar, mit der ich in Beijing nicht gerechnet habe. Von Paulaner Restaurants hat ja jeder schon mal gehört, aber dass in dieser Ecke, leicht versteckt, eine kleine Bamberger Marke eine Hausbrauerei aufgebaut hat war mir neu. Das “Drei Kronen” 1308 in Beijing. Eine echtes bayrisches Brauhaus mit chinesischen Bedienungen in Lederhosen und Kassler mit Sauerkraut. Dazu kommt eines der wahrscheinlich besten dunklen Weißbiere, dass ich je getrunken habe. Hier habe ich dann mit dem Falk ein paar nette Stunden verbracht, viel geredet, danach noch den Braumeister kennengelernt, der uns dann noch ein weiteres Bier spendiert hat. Alles in allem ein echt sehr schöner und informativer Abend. Um 11 bin ich dann mit letzten Bahn auch weider bei Michi angekommen und konnte mich bettfertig machen, denn endlich wollte ich die Mauer mal weider in Angriff nehmen und nach dem Sandsturm musste das Wetter ja gut werden am Samstag.

Auch wenn es mir irgendwie schwer fällt hier aufzustehen, hab ich es recht früh auf aus dem Bett geschafft und war dann auch gegen Mittag an der Mauer. Mit der Bahn zum DeShengMen und mit dem Linienbus die lange Reise angetreten, habe ich auch einen netten Inter kennengelernt, der nach langer Arbeit für SAP die Stadt in seiner letzten Woche auch etwas besser kennenlernen wollte. Dass er dafür den beschwerlichen Weg mit dem Linienbus auf sich nimmt, dafür Hut ab. Auf der Fahrt konnte ich dann einige der Aufnahmen machen, für die ich eigentlich zur Mauer wollte und die mit der Fahrt aus der Stadt und im Umland zu tun haben. Die Wanderung auf der Mauer war dann rein für mich. Immerhin hab ich die auch mal gefilmt und kann noch nen kleinen “Die Mauer hoch und runter mit Steffi” - Clip machen, für Leute die selbst ungern klettern. Hier mal ein paar Bilder der Mauer an diesem wettertechnisch perfekten Tag.
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Ich hab gestern seit langer Zeit mal wieder mehr Fotos gemacht, als Video aufzunehmen, was etwas in Vergessenheit geraten ist seit ich die Videokamera hab. Die Mauer hat mich auch diesmal weider komplett begeistert und hatte auch bei der 7. Besteigung wieder etwas neues für mich zu bieten… allem voran viele interessante Schilder.
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Wenn man mal alle Schilder die auf der Mauer verteilt sind zusammenzählt, darf man an sich gar nichts mehr machen. Rauchen ist auch verboten!

Irgendwann gings dann aber wieder zurück. Auf der Rückfahrt, bei welcher die Sonne dann auch langsam untergegangen ist habe ich noch ein paar Aufnahmen gemacht und schon waren wir wieder am DeShengMen in Beijing. Glücklicherweise liegt das auch direkt am 2. Ring und somit konnt ich meine Verkehrkamera nochmal aufstellen und ein Filmchen, sowie ein paar Bilder machen.
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Hab schon allerhand solcher Aufnahmen gemacht und zusammengepresst und geschnitten wird das glaub ich ein richtig ansehnlicher kleiner Clip, wenn ich ihn so hinbekomm wie geplant. So, das sind dann aber auch genug Bilder für heute.

Von der Brücke aus hab ich dann auch mal Michi angerufen und die waren zufällig auf der GuLouDaJie, die keine 30min Fußweg entfernt war, also ab in den kleinen Hutong in der Nähe vom HouHai, wo ich mit Reni und meinen Eltern fast jeden Abend letzten Sommer verbracht habe. Hier saßen die 4 Mitbewohner und haben ein lustiges Kartenspiel namens “Once upon a time” gespielt, in welchem es darum geht sich eine Geschichte mit den auszudenken, die mit den Wörtern und Hinweisen auf den gezogenen Karten weitergeführt werden muss… lustig!
Danach gings ins Laowai’s wo wir nach langem hin und her mit dem Bar Chef auch geschafft haben das Bayern spiel live zu sehen. Ein bisschen Tischkicker, etwas Bier und leider viel zu viele Raucher, die mir hier das Leben als Nichtraucher Schwer machen. Bayern hat aber gewonnen und auch sonst war es ein gelungener Tag, von daher konnt ich beruhigt einschlafen und mir weiter Gedanken machen wie ich die noch fehlenden Szenen zusammen bekomm…. immerhin fehlt nicht mehr viel.


Dez 10 2010

Feinstaub!

Ihr kennt ja die unzähligen Diskussionen über Feinstaub und dergleichen. Jeder der sich dafür interessiert, dem rate ich nach China zu kommen. Hier gibt es auch Feinstaub, bzw. feinen Sand der mit viel Wind verbunden ist und dafür sorgt, dass man nach ein paar Metern zu Fuß mit tränenden Augen durch die Gegend rennt und nix mehr sieht. Das ist wahrer Staub.
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Auf der Haube kann man ohne weiteres ne Nachricht hinterlassen… Ohne Skibrille geht da gar nix mehr! Heut Abend gehts vielleicht wieder, denn dann muss ich raus.


Dez 9 2010

Halbzeit

Vor genau 2 Wochen bin ich in Deutschland abgeflogen und in genau 2 Wochen werde ich wieder in Deutschland ankommen. Irgendwie geht die Zeit in China noch schneller rum als in Deutschland, und selbst da beschwer ich mich immer wieder darüber wie schnell…

Auch wenn in den letzten paar Tagen krankheitsbedingt nicht viel passiert ist bin ich mit der Leistung recht zufrieden. Ich hab ungefähr die Hälfte von dem was ich brauche schon auf Band und der Rest ist immerhin nicht mehr nur im Kopf sondern mittlerweile auch als Termin festgehalten. Von daher kann man ganz zufrieden sein. Statt der einzelnen geplanten Szenen kommt nun doch noch eine ganze Doku dazu. Das ist dann auch eine Abschlussarbeit mit der ich mich vom Umfang und Anspruch her gut anfreunden kann.

Heut ging es dann wieder ins Feld. Es war mal wieder perfektes TianTan Wetter. Sonnig, aber hinter einem Schleier von Smog. Ich glaub ich war mittlerweile 4 oder 5 mal im TianTan und jedes mal war das gleiche Wetter. Irgendwie passt es aber auch. Heute bin ich aber hier her um ein paar Aufnahmen von Freizeitaktivitäten und Rentnern zu machen. Denn wer es noch nicht weiß, der TianTan ist meiner Meinung der größte Rentner Spielplatz den es gibt. Täglich tummeln sich tausenden ältere Herren und Damen um den Tempel und gehen spazieren, tanzen, singen, spielen und verbringen ihren ganzen Tag einfach an diesem Ort. Eine Art Kita für ältere Personen sozusagen. Man trifft ab und zu den einen oder anderen Touristen, aber meistens bietet sich folgendes Bild…
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Ein über hundert Meter langer, überdachter Weg/Pavillion bevölkert von Schach, Karten und anderen Spielen. Man setzt sich mal hier dazu und schaut beim alten chinesischen Schach zu, sitzt mal dort und hört 2 Leuten beim Musikmachen zu oder macht ein paar Sportübungen mit der Gruppe nebenan. All das mit einer gewissen Ruhe und Leichtigkeit die im Trubel von Beijing oft verloren geht.

Der Tempel selbst entschädigt aber auch mit einer gewissen Architektur die im richtigen Licht immer wieder zu begeistern weiß. So hab ich mir dann auch ein volles Ticket und nicht nur ein einfaches Eintrittsticket bestellt und habe mir gleichzeitig nochmal die speziellen Türme und Räume angeschaut. Allen voran die sog. Halle der Ernteopfer…
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Und ja, die sieht auch in anderem Licht gut aus…^^
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Der Park ist extrem groß und lang. Von daher dauert die Reise durch die Räume und Türme und wieder zurück zum Start auch ein gutes Stündchen. Zwischendurch habe ich in einem der vielen kleinen Wäldchen Pause gemacht und einem Mann zugehört der eines der vielen alten chinsischen Instrumente gespielt hat. Eine Minute später kamen dann ein paar andere Leute vorbeispaziert. Ein Chinese hat sich dazugestellt, sich ein Lied gewünscht und als der andere anfing zu spielen, hat er eingestimmt und angefangen zu singen. Wahnsinn! Kunst in Reinform… Ich liebe den klang, der auf eine gewisse Weise nicht zusammen passt aber doch nicht besser aufeinander hätte abgestimmt sein können.

Ein bisschen weiter hab ich dann keine tanzenden, aber Aerobic machende Rentner gefunden. Eigentlich war ich hier um wieder eine Menschenmenge langsam und willkürlich zu Techno tanzen zu sehen, aber heut hat die Meute nur im Takt Hampelmänner und andere durchblutungsfördernde Übungen gemacht. img_9561

Ich bin dann von hier, da es schon wieder fast 5 war zu den Spielern gegangen und habe mir nochmal das XiangQi angeschaut, das traditionelle chinesische Schach. Ich meine, ich kann Skat spielen und komme auch sonst mit allem recht gut klar, aber wenn ich den Leuten beim XiangQi zuschau fühl ich mich wirklich arg verloren. img_9567

Da es schon nach 5 war und sich hier in der Nähe auch eine recht große Straße befindet bin ich nochmal kurz zu KFC, habe mir einen Kaffee geholt und bin nochmal durch den HongQiao Markt durch. Gekauft hab ich nix, aber hier schau ich nochmal vorbei. Da es der am wenigsten besuchte der vielen Märkte ist wirken die Verkäufer dort immer extrem verzweifelt und werden beim Preis auch viel mit sich machen lassen…;)

Als es dann richtig dunkel war konnte ich es mir in der Kälte wieder auf einer Brücke gemütlich machen und habe wieder losgelegt.
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Und die andere Seite…
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Dann war es auch schon wieder nach 6 und ich hab mich auf den Heimweg gemacht. Ich bin eine Station eher raus und mit dem Bus direkt zu BLCU, wo ich dann mal allein im Conference Center gespeist hab, wo es das meiner Meinung nach beste GongBaoJiDing in Beijing gibt. 20 Kuai ist zwar ganz happig im Vergleich, aber dennoch seinen Preis Wert. Hier hab ich dann auch eine neue Szene zum Thema Essen angefangen, die mir kurz vorher in der Bahn eingefallen ist. Wird eine Art StopTrick der gedeckten Tische, die sich während des Essens zu Schlachtfeldern verwandeln… die Szene wird dann wahrscheinlich etwas lustiger. Und essen muss ich dann ab jetzt am besten 2 mal ordentlich am Tag, damit es sich lohnt…

Das wars dann auch für heute. Mal schauen was mich morgen erwartet. Die Mauer kommt auch noch, wenn das Wetter nur mitspielen würde…

So, Bergfest vorbei.
2 Wochen noch Reni, dann bin ich wieder bei dir. Nicht immer so traurig sein mein Herz, geht schneller als du denkst. Dann lass ich dich auch nicht mehr allein… versprochen!


Dez 5 2010

Interview Ahoi!

Was bisher geschah…
Freitag habe ich ja eine erholungstechnische Pause gemacht und mich eher um organisatorische Sachen gekümmert. Es ist erstaunlich wie sich so manche Sachen einfach ergeben wenn man auch mal nichts macht. So wie es aussieht werde ich auf jeden Fall allerhand Interviews bekommen, was mir dann im nachhinein die eigentlich verworfene Möglichkeit geben wird doch eine Doku zu machen und mich nicht auf einzelne Szenen zu begrenzen. Das hat mich Freitag auf jeden Fall schonmal recht glücklich gestimmt.

Dann hab ich mich auch mal wieder bei Andrew, meinem alten Mitbewohner von letztem Jahr gemeldet, der zufällig grad in dem Gebäudekomplex,wo ich derzeit wohne, eine Wohnung suchen war. Wie das so alles passt… Naja wir sind dann Abends mit Mischa was essen. Eigentlich wollten wir beide, weil wir geizig sind, nur was trinken, sind aber am Ende beim Koreaner samt Barbeque, 4 Flaschen Reisschnapps und etlichen Bier gelandet. Da war die Erkältung auch wieder zurück, ade Erholung.

Samstag wollte ich an sich früh aufstehen und zur Mauer weil das Wetter wieder gut werden sollte, aber die Erkältung hat mich dann doch bis Mittag im Haus gehalten. Als ich dann um 2 am DeShengMen angekommen bin und mit dem Bus Richtung Mauer hätte fahren können ist mir dann aufgefallen, dass doch recht wenig Sicht war. Also hab ich mich dahinter kurz in einen Park gehockt um zu verschnaufen. Hier hat sich dann das eine oder andere interessante Bild geboten und statt zu Mauer zu fahren habe ich Rentner gefilmt die Drachen haben steigen lassen, Sport gemacht habe, im Kreis gelaufen sind und ihre Hunde angeschrien haben. An sich auch etwas das auf meinem Zettel stand. Dann ging es nach 2h auch wieder zurück, nachdem ich ein paar Aufnahmen von recht interessanten Eigenheiten der Chinesen gemacht habe. Eigentlich ein recht schönes Fleckchen in Mitten der Stadt. Man beachte das Eis auf dem Wasser…
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Dort konnt ich mich noch ein wenig ausruhen bevor es bis ans südliche Ende der Stadt zum Haus eines Freundes ging. Dort haben wir nen netten Abend verbracht. Wir sind dann gegen 23Uhr nochmal zum Moslem um die Ecke. Dort gab es dann für 12 Leute nochmal Spieße und allerhand Leckereien die mir schon arg gefehlt haben in Deutschland. In dem Haus haben wir uns alle dann auch breit gemacht und ich habe mal wieder recht angenehm schlafen können.

Heut Morgen habe wir uns nochmal alle zum Kaffee und Aufräumen getroffen. Dann ging es wieder für mich los. Langsam sollte es ernst werden. Das erste richtige Interview stand an. Auf dem Weg ans andere Ende der Stadt bin ich nochmal am überfüllten TianAnMen Square vorbei und habe spezielle Aufnahmen gemacht, was gar nicht so einfach ist. Denn der mit Polizisten vollgepackte Platz guckt einen immer ganz komisch an, wenn man dann doch tatsächlich ein Stativ aufbaut und komisch in der Gegen Leute filmt. Dennoch bin ich ohne großes Gerede mit dem Filmen fertig geworden und konnte mich Richtung SanYuanQiao aufmachen, wo der letzte Halt der Bahn ist. Ich habe im Internet geschaut wie es weiter geht ab der Haltestelle. 2km Fußweg nehm ich natürlich gern in Kauf, statt mir ein Taxi zu nehmen. Leider waren auch nur noch 15min Zeit. Irgendwann stand ich dann aber an einem Fluss über den man als Fußgänger gar nicht kommen konnte. Ich bin dann weiter wie ein Huhn wild in der Gegend umher gelaufen und habe gehofft nen Weg zu finden. Irgendwann kam dann auch ne Brücke, nur stand ich dahinter dann auf der Autobahnauffahrt. Mittlerweile war ich schon 15min zu spät, also musste ich dann leider doch in den sauren Apfel beißen und habe mich in ein Taxi gesetzt und mich zum Treffpunkt fahren lassen. Way to make a first impression! Mit fast 30min Verspätung bin ich angekommen, habe aber vorher schon eine Nachricht gesendet, dass man schon ohne mich anfangen solle mit essen und das das Essen natürlich auf meine Rechnung geht.

Als Prototyp-Interview gabs natürlich hier und da, ob bei den Fragen, oder der Technik Probleme. Ich habe doch tatsächlich es geschafft nach der ersten Fragestellung die Kamera auszuschalten und gar nicht erst de Antwort aufzunehmen. Nachdem diese kleinen Sachen dann aber geklärt waren lief es dann sehr entspannt und offen ab. Am Ende stehen nun allein für die erste Person schon gut 25min Antworten zu verschiedensten Thema zur Verfügung. Wenn ich nun tatsächlich noch 10 solcher Interviews schaffen sollte, dann steht ein recht solider Pool an Input für eine Doku zur Verfügung. Für die Zwischensequenzen hab ich ja schon mehrere Stunden Material gesammelt. Mir graut jetzt schon vor dem Bearbeiten, was wohl doch gut 2 Monate in Anspruch nehmen wird.

Ich bin sehr zufrieden, was das erste Interview, sowie den Projektverlauf an sich angeht. Auf dem Rückweg bin ich dann schon eine Station eher, auf Linie 10, an der XiTuCheng ausgestiegen und habe mich nochmal ganz kurz dem Verkehr gewidmet um wie anfangs versprochen, die Sache mit den Verkehrsbildern etwas weiter zu führen. Da ich die ChangAn, als größte Straße bereits besucht habe, wird es allerdings schwer das noch zu toppen. Hier dennoch 2 Schnappschüsse des heutigen Abends. Es handelt sich um die XueYuanLuimg_9510img_9514
Leicht verwackelt, aber OK. Diesmal wollte ich nicht erst das Stativ aufbauen, sondern nur schnell knipsen, aber das Ding 5 Sekunden gerade zu halten kann dann schon mal zur Mammutaufgabe werden.

Danach gings aber nach nem langen Tag nach Haus, gefolgt von etwas Suschi und nem interessanten Film. Hinzu kommt wahrscheinlich eine kurzweilige Nacht, da in der Wohnung für die kommenden Tage statt 3, ganze 4 Katzen leben werden, was in den letzten Stunden schon zu etlichem Geschrei geführt hat. Süß sind sie aber dennoch, deswegen hier noch ein Bild von der kleinsten Miez, Gizmo.imga0004
Egal wie viele Ladegeräte, Kabel oder Geräte auf dem Sofa liegen, sie legt sich immer mitten rein.


Dez 3 2010

Absturz

Die 6h täglich draußen herumlaufen sind anscheinend nicht ganz ohne an mir vorbeigegangen. Gestern morgen ging es mir schon etwas schlechter, aber da das Wetter so gut war bin ich los. Wer weiß, wann das nächste mal der Himmel in Beijing sichtbar ist.
Ich bin mal wieder durch meine lieblings Hutonggegend direkt östlich vom Houhai spaziert. Am Lama Tempel angefangen, wo ich ein paar Szenen von betenden Menschen, sowie ein paar architektonische Aufnahmen gemacht habe, bin ich dann auch noch auf ein Goldstück gestoßen, welches mir bei den ersten 4 Besuchen nie aufgefallen ist.img_9459
Ja ihr seht richtig! Neben den betenden Menschen, den historischen Gebäuden hängt keine Zertifikat vom Weltkulturerbe oder dergleichen. Tatsächlich handelt es sich um die größte aus einem Stück Holz geschnitzte Bhudda Statue der Welt.

Danach ging es weiter Richtung Bell und Drum Tower. Immer schön den Straßen in der Nähe des Hutongs entlang, in welchem ich bei meinem ersten Chinabesuch gewohnt habe. Geändert hat sich glaube ich in der Gegend nichts. Viele alternative Läden, von Kunstzubehör, über Musikinstrumente bis zu Second Hand Geschäften. Auch wenn der eine oder andere Laden neu sein möchte ist hier alles gleich. Trotz guten Wetters war nichts vor dem Türmen los. Ich war glaub ich der einzige Tourist vor Ort. img_9466 Und so standen die ganzen Rikscha Fahrer allein da uns mussten Karten spielen.

Danach ging es dann zum Houhai. Hier hab ich im Sommer mit Reni und meinen Eltern die meiste Zeit verbracht. Leider bauen die gerade die Brücke neu und renovieren einige der Bars, was dafür sorgt, dass gestern keine Boote auf dem See waren. Dennoch ist die Gegend jederzeit sehenswert, vor allem bei gutem Wetter. img_9472 Zumindest wenn das Wetter mitspielt.

Danach ging es nochmal durch den Hutong, wo ich einige Aufnahmen gemacht habe. Interessant dabei zu sehen, dass rund 50 Rentner vor einer Schule gewartet haben um kinder abzuholen. Da war bestimmt kaum einer unter 50. Nachdem ich dann einmal quer und gerade durch den Hutong durch bin, hatte ich auch weider alles gesehen und habe mich wieder in Richtung Linie 5 gemacht. Da das Wetter so schön war, wollte ich die Aufnahmen vom Vortag aus der Bahn nochmal wagen. Leider war es schon zu spät. Bevor ist an der 13 angekommen bin, war die Sonne schon fast komplett weg. Dann ist halt daraus noch nichts geworden, aber es stehen noch mehrere Fahrten aus der Stadt an, also denk ich, dass ich das noch hinbekommen.

Wieder zu Haus angekommen war ich extrem fertig. Schnupfen und Husten, sowie ein wenig Kopfschmerzen. Dennoch stand für heut ein weiterer Punkt an. Pekingente bei LiQun. Einem der bekanntesten Plätze für Ente in Beijing, den man bei normaler Suche nicht mal finden würde. In einem alten Hutong versteckt deuten lediglich hier und da eine Ente an den alten Häuserwänden darauf hin, dass man hier Ente haben kann, geschweigedenn das Jet Li, Chow Yun Fat und sogar Al Gore und die restliche Diplomaten Elite hier bereits gespeist hat. img_9478
So konnte ich auch aufzeichnen wie man denn eine Ente schneiden sollte…

Heute ist nicht viel passiert. Krank wie ich bin lag ich ewig im Bett, schreibe das hier und habe viele organisatorische Sachen erledigt. Morgen gehts dann bei gutem Wetter auf die Mauer und nochmal zum TianAnMen, denn am Wochenende bei gutem Wetter sollten dann auch die schon am Dienstag erhofften Massen da sein.


Dez 1 2010

Die nächste Kreuzung kommt gleich… irgendwo da im Nebel!

Heute war ein schwarzer Tag, was das Filmen angeht. Oder sagen wir eher ein grauer Tag. Hab mich heut Mittag in die Bahn gesetzt und wollte an sich raus aus der Stadt fahren und filmen wie die Stadtlandschaft sich nach und nach ändert, die Gebäude kleiner werden, der Reichtum und Fortschritt etwas nachlässt um den Gegensatz der sich trotz der rasanten Entwicklung hier bildet aufzuzeigen.
Naja, schon eine Station nach Abfahrt war mir klar, dass ich heut davon bestimmt keine brauchbaren Aufnahmen bekommen werde. Das lag nicht nur an der extrem milchig, dreckigen Scheibe, eher an der sagenhaften Sicht. Der Smog in der Stadt war heut dermaßen stark, dass man selten das nächste Gebäude sehen konnte. Kaum war es um 4, war es auch bereits so dunkel, dass man in Verbindung mit der schon recht bescheidenen Sicht nur noch eins machen konnte: umdrehen. Manchmal muss man einfach einsehen, dass es halt nicht sein soll. Also bin ich dann auch wieder umgedreht. Gute 2h Zugfahrt für ein paar kurze Aufnahmen die ich allenfalls zum Thema Umweltverschmutung nutzen könnte. Hmmm….
Dennoch wollte ich mir heute mal richtig was gönnen, als Belohnung für die letzten 2 an sich recht erfolgreichen Arbeitstage. Und so bin ich mal wieder in meine alte Gegend gelaufen und habe mir einen leckeren JianBing und danach noch nen Topf LaMian bei meinem Lieblingsnudelmann besorgt nur um dann erfolglos, aber vollgefressen zu Haus bei Michi anzukommen.
Hoffe wir mal das es morgen und vor allem dann am Wochenende ein wenig aufklart, ansonsten werde ich nur noch Innenaufnahmen machen können.