Jun 18 2009

Wie man frisch Gewaschenes in kurzer Zeit zum mueffeln bekommt…

Es begab sich das der kleine Stefan es mal wieder geschafft hat seine Sachen in die Waschmaschine zu verfrachten. Stolz wie er ist macht er sich auf um zur Vorlesung zu gehen, im Hinterkopf, das die Waesche wenn er zurueckkommt fertig auf ihn wartet. Es ist 8 Uhr morgens, ein sonniger Tag, man laesst sich nix anmerken…

Gegen 10 kam die Wende… Man schaut aus dem Klassenzimmer, es faengt langsam an mit regnen… keine 10 Minuten spaeter ist es stockdunkel. Ich moechte meinen, dass ich als Mitteleuropaeer doch schon eine relativ grosse Auswahl an verschiedenem Wetter zu spueren bekommen habe, aber sowas… Ich habe es noch nie gesehen, dass um 11 Uhr Mittags die Strasenlampen angeschalten werden mussten. So dunkel war es. Hinzu kam dann noch das eigentlich unheil. Es goss wieder in Eimern vom Himmel, es blitzt und donnert. In 24 Jahren habe ich sowas nur selten in dem Ausmass erlebt. Eines der wenigen Male wo ich im Gewitter ernsthaft Angst hatte 500m zu Fuss zu laufen. Dazu stand ich mit meinem Flipflops noch unter Wasser und konnte mir auf dem Heimweg schon die Haare waschen.

Zu Hause angekommen musste ich dann die Waesche aufhaengen, in der Hoffnung, dass sie ueber den morgigen, bestimmt schoenen Tag trocknen wuerde. Der gestrige Tag war auch schoen, aber da es so viel geregnet hat am vorherigen Tag, war die Luftfeuchtigkeit von ca. 30% auf geschaetzte 500% angestiegen, so dass meine Klimaanlage dann auch das Handtuch werfen musste. Ergo gestern ist das Trocknen nur langsam voran gegangen.

Heut sollte es besser werden. Doch schon beim verlassen des Hauses musste ich feststellen, dass es die letzten Tage nur der Anfang der Unheils war. Eine dichte Wolkendecke drueckt die Feuchtigkeit noch mehr ins TShirt und schafft somit auch Schweissflecken an Stellen wo man das TShirt nicht mal beruehrt… Doch auch das war nur der Anfang. Unsere Lehrerin meinte das Gewitter vom Dienstag war nur ein Vorgeschamack, heute Abend solle es erst richtig losgehen.

Das tat es dann auch, bzw. tut es immernoch. Die geschaetzte Sichtweite draussen betraegt 3m… ich kann nicht mal ueber die Strasse schauen! Es regnet und nebelt und es haengt einfach verdammt viel Wasser in der Luft neben den tausenden an Litern die runterschuetten. Selten habe ich sowas erlebt.

Und nun steh ich hier, nehm meine Waesche ab und muss feststellen, dass ich sie gleich nochmal waschen kann, denn so ein richtig schoener mueffel Geruch hat sich nun im Material eingenistet. Danke Wetter!


Jun 4 2009

Zieleinlauf auf Umwegen

Heute war es soweit. Der letzte Schritt fuer Reni um ihr :”ich war in China”-Guetesiegel zu bekommen. Wir waren in der verbotenen Stadt, im Sommerpalast, in SanLiTun(R) und was fehlt noch? Genau, die Mauer. Die ganzen kleinen Sachen haben wir natuerlich auch noch besucht. Essen haben wir jeden Tag woanders zu uns genommen, weggegangen sind wir immer woanders hin, an sich haben wir alles gesehen bis auf jene Mauer. Also ab an die Startlinie und los auf zur Besteigung. img_1888So sah unser Startpunkt des heutigen Tages aus. Es ist 5 Minuten vor 8 und die Tore von BaDaLing oeffnen gleich. Ich weiss, ich weiss, warum schlepp ich jemanden nach BaDaLing. Fakt ist, dass es mit Abstand die guenstigste Moeglichkeit ist jemanden an die Mauer zu bringen. Hinzu kommt das ich selbst noch nie an diesem Punkt der Mauer war. XiMaTai, MuTianYu und CO habe ich schon gesehen. Aber zum ueberlaufenen und bekannstesten Platz habe ich mich noch nie bringen lassen. Aber das Gute ist, dass wir die Ersten sind und wirklich keine Menschenseele hier ist. So sieht es dann halt mal hier aus…img_1893 Es war in der Hinsicht echt wunderschoen. Nur fuer uns 10 Mann die schon wach waren, die ganze Mauer…! Wir sind gelaufen und gestiegen, nur mussten wir dank Renis kleinen Herzchens immer mal alle paar 25 Stufen ne kleine Pause machen. Aber wir haben es trotzdem zum ersten, dann auch zum zweiten und am Ende sogar zum dritten Turm geschafft. Wir hatten leider nur 2h Zeit bevor es weiter ging. Oben angekommen sah das Ganze fuer uns dann so aus.img_1930 Turm Nummer 1
img_1945 Der Blick von Turm 2. Ja hier wird es langsam hoch und die Aussicht wird langsam besser.img_1985 Hier haben Reni und ich uns dann auch noch verewigt. Auf gehts weiter Richtung Turm Nummer 3.img_1989 So steil es auch war, stand bei dieser Aussicht nie in Frage ob ich es bis nach oben schaff. Ich bin mehr oder weniger ueber die Treppen nach oben geschwebt. Um mir dann ganz oben diesen Ausblick zu goennen. Morgens halb 10 allein auf der Mauer…img_2007 Noch nachgereicht der Beweis, dass ich auch wirklich nicht nur Reni samt Kamera hochgeschickt habe, sondern wirklich selber mit hoch bin. img_2026 Problem an der Sache war. Wir hatten noch 30min Zeit und mussten den ganzen Weg weider zurueck. Der Abstieg abgesehen von den einschlafenden Beinen gestaltete sich dann doch noch schwieriger als erwartet. Denn die Masse an Menschen schien nun Einzug zu halten. Uns kamen Heerscharen an Touristen auf dem Abstieg entgegen. Teilweise war wirklich kein Durchkommen. Nun ja, wir haben es dann mit schlotternden Beinen doch noch auf Grundniveau geschafft und waren froh. Die Mission war abgeschlossen. Reni war wirklich in China. Hat Beijing besucht und alles gesehen. Glueckwunsch! Da haben sich die 15 Euro fuer die Tour zur Mauer wirklich gelohnt. Auf nach Haus….

Es war um 10. Auf die Fragen wann wir wieder zurueck sind sagte man uns um 6!!! w00t, was habe ich gebucht??? Ich fasse das jetzt kurz, denn egal was wir erlebt haben in den letzten 2 Wochen, dieser Tag toppt das noch. Wir waren tatsaechlich insgesamt von 6.30 bis 16.30 unterwegs, ohne das wir was davon wussten. Eine einfache Tour zur Mauer gibt es anscheinend nicht, deswegen hat man uns bei einer anderen Tour mit eingebucht. Dessen Plan fasste noch 5 weitere Stationen. Also weiter gehts…

Stopp 2 war ein besonderes Jade Museum mit Jadewerkstatt und dazugehoerigem Jade Einkaufsladen… Wir schauen uns um, kaufen nix, warten auf den Rest und fahren weiter. Stopp 3 waren dann die Ming Graeber, wo ein Kaiser samt seiner 3 Frauen immer im ungeoeffneten Grab schlkummert. Gut weil es auf dem Weg liegt, waere nen extra Besuch nicht wert. Stopp 4 war dann der chinesisch japanische Friendship Store und das dazugehoerige Restaurant wo wir unser inclusive Mittagessen zugenommen haben. Stopp 5 war dann nach dem Rueckweg nach Beijing ein Teehaus in welchem wir eine Chinesische Tee Zeremonie gehalten haben und viele Tessorten testen konnte. Stopp 6 war direkt nebenan im selben Gebaeude. Dort haben wir noch eine Fussmassage bekommen und uns von einem echten chinesischen Doktor begutachten lassen.

Ueberall hat man versucht uns auf makabere Art und Weise Sachen anzudrehen. Das wae an sich, abgesehen von der Mauer, ne Bilderbuch - Kaffeefahrt. Wir wurden von links nach rechts geschleppt um uns Zeugs andrehen zu lassen, fuer das ich weder das Geld noch die Geduld hatte. Aber wir haben es ueberstanden. 12h unterwegs fuer 2h Mauer. Fussmassage und Verpflegung inclusive. Haett ich gewusst dass ich fuer 15 all das bekomm, wuesst ich ehrlich nicht ob ich dann ja gesagt haette. Aber ich weiss auf jeden Fall wen ich Anfang August auf diese Tour schicke… meine Eltern! Euch schon jetzt viel Spass!


Jun 3 2009

Muskelkater…

Gestern waren wir sooo kaputt, dass ich es nicht mal geschafft habe ueber vorgestern zu erzaehlen, das hol ich jetzt schnell nach. Viel passiert ist nicht. Das uebliche. Wir stehen gegen Mittag auf, essen ein bisschen was, Reni noergelt wieder, ich surfen online und dann verlassen wir zwischen 1 und 3 das Haus. Reni wollte ja unbedingt noch einkaufen, aber nur einkaufen ist doof, also musste ich das ja mit was verbinden. Der Tiantan war noch offen, sowie der Lama Temple, die beiden auch noch auf der gleichen Ubahn Linie lagen, also ab dahin.

Vorher haben wir noch im Reisebuero in der Uni halt gemacht und ne Tour zur Mauer gebucht. Ich betone zur Mauer. 15Euro pro Person sind nicht wenig, aber privat waere es noch teurer und viel stressiger zu erledigen. Darauf geh ich dann ein, wenn ich ueber gestern berichte. War der laengste und komischste Tag bis jetzt… haben viel mehr fuer unser Geld bekommen als gewollt… ernsthaft! Aber dazu spater, nun erstmal zum Montag.

Vom Start weg waren wir beide schon muede und ein bisschen lustlos. Haben uns dann auf dem Weg in der Bahn auch gegen den Lama Temple entschieden und sind direkt zum Tiantan gefahren. Den Tag davor waren wir ja am XiangShan und waren guenstig unterwegs. Das wurde uns dann am EIngang zum Tiantan auch gleich bewusst. Denn der volle Eintritt betrug dann schon 35kuai. Haben wir halt erstmal nur den Eintritt ohne Sonderausstellungen gebucht. Denn die Halle der erhabenen Musik und so Sachen mag ich mir nicht angucken muessen. img_1612 Leider hat das Wetter an dem Tag nicht so mitgespielt, denn der Park war auf den ersten Blick ganz schoen. paar nette Bilderchen sind auch noch rausgekommen.img_1651 Es war halt nen bisschen windig kann man nix machen. Eintritt in den Park waren 1.5EUR, aber damit konnte man leider nirgends hin. Den Tempel konnt ich mir damit nicht mal von Aussen anschauen. Damit wurde ich am Ende doch gezwungen die restlichen 2 EUR zu bezahlen um da rein zu kommen. Naja, es war es an sich auch wert. Der Tempel ist schon so ein bisschen sehenswert, aber schon arg teuer im Vergleich zu dem was wir am Vortag fuer unseren Eintritt geboten bekommen haben.
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Imposant! Mehr muss man dazu nicht sagen. Auf dem riesigen Steinplateau so ein Teil hinzuhauen, Respect! Von daher an sich schon sehenswert und bei gutem Wetter bestimmt noch mehr ein Hingucker. Wie der mittlere Teil gebaut war ist auch sehr interessant. Es gab 3 seperate Abschnitte die vom Mauern und Toren umringt und einem langen Gang verbunden waren. Tore, bunt und relativ schoen.img_1695
Leider waren wir an dem Punkt beide schon so derbst kaputt, vor allem von der Bergbesteigung am Vortag, dass wir beide keine Lust mehr hatten weiter zu gehen. Aber es war fuer 3 Tempel bezahlt also geht es weiter… ihr kennt mich ja. Unsere Rettung kam mit Milchgeschmack.img_1714

Hier haben wir dann beschlossen, dass wir wieder raus muessen. Leider waren wir auch schon so weit, zwischen den Toren vom 3. und 2. Tempel, dass wir zwingend noch rein mussten um wieder gehen zu koennen. Die 2 anderen Tempel haben wir dann aber auch in unter 5min geschafft, sodass wir schnell wieder unterwegs waren. So besonders waren die auch nicht im vergleich zu dem Groessten. Hier in der Mittem von Tempel 3, der quasi nur ein erhaeohtes Plateau ist ist ein Punkt auf dme Boden, der angeblich das Zentrum des Himmels, bzw des Universums darstellt. img_1752
An sich von Aussen nicht wieter besonders und leider ringsherum von Unkraut verseucht machte das Plateau und die naehere Umgebung nicht so viel her. Aber Wetter und Muskelkater haben uns eh schon ein bisschen runter gezogen, deswegen konnte Reni bei Tempel 3 durch den wir in unter 45sek durch sind auch nur kurz die Hoerner raushaengen lassen…img_1772 Damit waren wir mit dem offiziellen Teil durch und konnten noch ein bisschen rumbloedeln, mussten aber nun den ganzen Weg wieder zurueck laufen, der wirklich eine Qual war. Am Ausgang haben wir dann was typisch chinesisches gesehen. Tanzende Rentner… bei gefuehlten 400000 Dezibel und Techno Musik versuchen unzaehlige Chinesen im Takt zu bleiben… soooo geil! Das allein war schon den Eintritt wert und hat den Tag gerettet…img_1876
Damit waren wir durch und am Ausgang. Leider befindet sich direkt gegenueber der Bahn, am Osteingang zum Park, der Feind. In dem Fall der HongQiao Markt. Einer der groessten Maerkte in Beijing, bekannt fuer Schmuck, Accessoires, Stoffe und Elektronik… Von allem halt ein bisschen was. Ihr glaub gar nicht wie schnell Reni mit quasi amputierten Beinen laufen kann… Ohne Worte! Naja, das hat mir dann nochmal gute 80min meines Lebens gekostet. Rausgekommen sind wir mit allerhand guenstigen Geschenken die klein Reni mit nach Deutschland bringt, dazu noch ein 15 Euro iPod Nano fuer Reni, der so aussieht aber dann doch keiner ist und fuer mich gab es noch 3 Monaten ohne Handy ein neues Nokia N97i, welches es offiziell auch nicht gibt. Von daher viele liebe Ueberaschungen fuer uns 2. Glaub wir muessen noch eine kleine Umtausch Tour durch den Laden machen, auch wenn das nichts nuetzen wird…

Aber morgen die Mauer. Der letzte Schritt der Reni nocht fehlt um endlich sagen zu koennen: “Ich war wirklich in China”…

so far


Jun 1 2009

Willkommen in Renis China

Vom ersten Tag an, an dem die kleine Reni hier war hab ich mir die Enttaeuschung ihrerseits anhoeren muessen. Alles was ueber China im Fernsehen so oft suggeriert wird hat sie in der ersten Woche komplett vermisst. Ruhe, Disziplin, Natur, usw…. So wie wir es aus Dokus und kuenstlerischen Filmen kennen. Was sie dann hier bekommen hat war viel Laerm, schlechte Luft, unfreundliche Leute, Hektik und Dreck… zumindest auf den erste, kurzen Blick.

Heut war es an mir dieses Bild zu aendern. Ob die Mission glueckt, wusste ich selber nicht, da ich von diesem magischen Ort nur gehoert habe aber selber noch nie hier war. Ziel des heutigen Ausflugs war der XiangShan, der DuftBerg, sozusagen.

Gestartet sind wir wie jeden Tag, aufstehen, uns doof angucken, waschen und raus aus dem Haus. Fix am Supermarkt vorbei, Rationen auffuellen und rein in den Bus. Hier begann schon das erste Wunder. Nach einer Woche Dauertour in Beijing haben wir das erste Mal ab Start einen Sitzplatz bekommen, beide. So waren die 40min bis zur Endstation der Linie 331 ein absoluter Genuss.

An der Endstation erwartete uns ein kleines idyllisches Doerfchen, das schon eine gewisse Ruhe ausstrahlte und nur von wenigen Leuten am heutigen Tag heimgesucht wurde. Allgemein war heut wenig los, da es trotz Sonntag ein Arbeitstag war, weil nach dem Donnerstag als Feiertag, der Freitag zum offiziellen Sonntag erklaert wurde und halt heut am Sonntag der Freitag nachgeholt wurde, wenn das Sinn ergibt?!?. Aber egal, das Doerfchen war trotzdem schoen. Viele kleine Laeden, mit Essen und selbstgebastelten Sachen. Hier schlugen wir auf dem Fussweg zum Eingang des XiangShan Parks auch gleich deftig zu, als wir das Wort JianBing gelesen haben. Hierbei handelt es sich um die ShanDong Version unseres beliebten JianBings…. lecker…img_1340 Doener, mit ohne Fleisch, aber einem Spiegelei, etwas frischem Koriander, Schnittlauch und anderem Gruenzeugs, echt gut fuer seine 30ct…

Dann ging es aber auch schon rein in den Park, der auf den ersten Blick suess klein ist, aber wenn man die Karte sieht und mal 2h unterwegs war doch relativ riesig anmutet. Was auf den ersten Blick zu erwaehnen ist, ist der Geruch. Die frische Luft hat uns den Atem geraubt. Ich fuer meinen Teil war es schon gar nicht mehr gewohnt tief einatmen zu duerfen! Blumen ueber Blumen gaben der Luft hier wunderschoene Gerueche, je nachdem worauf man gerade Lust hatte, gab es eine andere Ecke mit bunten Bluemchen. Diese Geruchssensation hat viele Emotionen freigesetzt, dazu noch ein bisschen Wahnsinn…img_1360 In der Mitte des Parks, am Fuss des Berges liegt dann noch ein kleines Teichlein, samt mini Wasserfall. Reni hat sogar kleine Fischchen in dem sehr sehr naturtrueben Wasser erkannt… ich nicht! Im Hintergrund dann noch der Lustige Wasserfall hier zu erkennen… Reni perplex, darum so deppert mittendrin.img_1381 Photogen ist was Anderes!…aehm, ja

Weiter gehts. Wo ist ein Berg, da ist ein Seilbahn. Chinesisches Motto… glaub ich zumindest. Egal wo ich was ueber 100m Hoehe seh, da ist ne Seilbahn. Naja, wir haben uns aus Tausend Gruenden gegen die Seilbahn entschieden(6Euro, ich hab entschieden). Abgesehen davon, wer will schon gegen die Sonne 15min Bergauf in nem Skilift sitzen? Wir laufen! Und wie wir laufen! img_1387 Ich mag an sich ja gern bergauf laufen. Bergab geht mir zu sehr auf die Knie. Und ich kann hier auch nur jedem der gern bergauf mag empfehlen mal uzm XiangShan zu fahren. Denn die gut und gern 2500 Stufen auf den 482m hoeher liegenden Gipfel kann man auch in 1,4km Stufen erreichen. Das war unser Ziel, weit vor uns… den Schweiss im Nacken. img_1399img_1406 Teppen mag ich schon, aber wenn ich sowas seh, vergeht sogar mir die Lauen. Aber wir ziehen durch und steigen weiter. Ein Kampf gegen den Schweiss, der uns kalt den Ruecken herunter lief… Naja, fast. Es war auf jeden Fall ziemlich anstrengend, vor allem fuer Renis kleines Herz. Wir haetten es sicher auch geschafft, wenn da nicht die Seilbahn waere. Hoch war zu teuer und doof, aber runter wollt ich dann schon nicht laufen. Wir sind dann nach ner guten Halben Stunde und 7 Pausen auch am mittleren Zwischenposten angekommen, wo dann lustigerweise die Durchsage lief, dass die Bahn zu macht… Nervt! Jetzt standen wir vor der Wahl… ne es war keine, wir sind umgedreht. Aber auf der anderen Seite. Da gabs ja noch Pagoden, Tempel und viel lustigere Treppen die wir dank der Seilbahn fast gar nicht gesehen haetten.img_1437 Treppenbau kann man das nicht wirtklich nennen. Ich nenne das mal: Ich hau hier mal paar loecher in den Boden! Auf solch abenteuerlichen Pfade waren wir keineswegs vorbereitet, beide mit FlipFlops bewaffnet… Aber wir haben es durchgestanden, mit viel Ruhe und deutscher Sorgfalt wenn es um Fortbewegung geht. Im Hintergrund auch schoen nicht zu erkennen, Beijing, die Stadt die im Smog versunken ist, am sonnigsten Tag des Jahres. Was die Stimmung im Park nicht im geringsten trueben haette koennen. Es war wirklich in jeglicher Weise perfekt, besser als man es sich haette vorstellen koennen. So viel Natur hab ich im 10km Radius um Beijing nicht erwartet. Schoenere ansatzweise Sonnenuntergaenge habe ich auch selten gesehen, als hier am Berg.img_1461 Der Abstieg, da auf anderen Pfaden, schlaengelnd und flach hat sich dann auch gut in die Laenge gezogen. So blieb uns aber auch kein einziger der wunderschoenen Anblicke entbehrt, was jede Sekunde laenger am Laufen rechtfertigte. Auf unserem Weg nach unten kamen wir selten an Leuten vorbei, wie den ganzen Tag ueberhaupt. Wenige Leute, meist Jogger die nach der Seilbahn hinauf, den Weg herabjoggten, oder andere Paerchen die den Tag frei hatten, kam es dann halt auch mal zu 10min Zweisamkeit in Beijings Natur… In dieser Zweisamkeit konnte man sich ganz in Ruh auch mal verschollene Pagoden im Wald anschauenimg_1491 oder man nimmt sich die Zeit die Natur und ihre Geschoepfe mal so richtig aus der Naehe zu beobachten.img_1511 In mitten des Waldes im Park gibt es dann noch eine kleine Tempelstadt, die glaub ich nur aus der Vogelperspektive richtig zu erkennen ist. Was uns blieb waren ab und an mal kleinere Ruinen und Tempel in denen man gut und gern mal Gebutstag feiern koennten und richtig fein Verstecken spielen kann.img_1527 Das Wetter und der Wald hat uns dann auf dem Rueckweg runter in den Park, Richtung Ausgang dann noch mit dem einen oder anderen Lichtspiel verwoehnt,… img_1571bevor wir und dann durch den Park geschlichen haben um die untergehende Sonne zu geniessen. So viel frische Luft, so viel Ruhe und so viel Sorglosigkeit gab es, zumindest fuer mich schon lange nicht mehr. Grund genug nochmal die letzten uebrigen grauen Haare zu zupfen und zu geniessen. img_1592
So tranquiliert wie wir Beide danach drauf waren, haben wir uns noch mit Essen und Suessigkeiten vollgepackt, sind Richtung Bus gelaufen und haben wieder 2 freie Plaetze bekommen. Eine ruhige Fahrt als Abschluss eines absolut ruhigen Tages. Am Ende bleibt mir nur zu sagen, dass der XiangShan, bzw der Park der dazu gehoert auf jeden Fall zu den sehenswerteren Sachen gehoert die Beijing zu bieten hat. Reni hat fuer einen Tag das China bekommen was sie sich vorgestellt hat und ich konnte nach 3 Monaten Stadt auch mal Vogelzwitschern hoeren. Und ich vermisse es jetzt schon…