Leben mit DongDong

Was ist das schoenste von dem man des morgens geweckt werden moechte? Frischer Duft von Kaffee und Toast? Ein leises “Guten Morgen” gefluestert ins Ohr von eben jener Person die den Kaffe vielleicht sogar noch ans Bett bringt? Von den Sonnenstrahlen geweckt werden die langsam tiefer ins Zimmer sinken? Oder ganz und gar ausschlafen, bis man einfach froh und munter wach wird weil man will und Lust dazu hat?
Das sind viele Arten des Wachwerdens, was keine davon ist ist das…
dongdong1

Es gibt allgemein bekannte Bezeichnung fuer sowas… wir nennen dieses Exemplar mal DongDong, denn das scheint allem Anschein nach sein Rufname zu sein. Bekommen hat er den von meinen 2 Mitbewohnern GaiXia und Andrew. Welche leider ueber das Wochenende weggefahren sind und mich mehr oder weniger zwangslaeufig als Dogsitter eingestellt haben.  Nun, so schwer kann das ja nicht sein. 2 mal am Tag raus mit dem Hund, bisschen Futter hier und da, bisschen spielen und einfach ausfpassen, dass er kein Mist baut…

Dieses Fellknaeul sieht relativ suess und hamrlos aus, aber glaubt mir der hat es faustdick hinter den Ohren. Er ist eher mehr wie ein kleines Baby. Die schreien so lang bis sie bekommen was sie wollen, nicht weil es Spass macht, sondern weil sie wissen, dass wenn sie es lang genug machen drehen wir durch und geben nach. Auch wenn DongDong nun schon 1 Jahr alt ist beherrscht er diesen Jedi Mind Trick ueberaus gut. Meine chinesische Mitbewohnerin hat er vollends unter Kontrolle… Er macht grosse Augen oder jault und sie ist zur Stelle. Andrew ist auch nicht weit weg und immer da wenn der Hund mal wieder eine helfende Hand braucht. Meine franzoesische Mitbewohnerin ist da ganz anders. Sie mag Hunde, ihn eingechlossen, einfach gar nicht. Sie geht hier ein und aus und schafft es wirklich den Hund gar nicht mehr wahr zu nehmen. Der Hund merkt das und versucht es nicht einmal. Respekt Anne!
Ich bin da ein anderer Fall. An sich ja von grundauf lieb und nett und fuer Alles offen. Demnach auch einem Hund gegenueber(ich mag Katzen viel mehr) an sich aufgeschlossen. Wie gesagt, der Hund hats drauf und merkt das natuerlich und versucht das zu nutzen um auch mich zu seiner Schar an Vasallen hinzuzufuegen. Leider hat er es am ersten Morgen allein mit mir in der WG schon zu weit getrieben. Er wollte glaube ich die Grenze austesten und fing gegen 5 Uhr morgens an an meiner Tuer zu kratzen und so zu jaulen das ich nicht nur wach wurde, sondern auch aufstand und ihn an der Leine eine Runde um den Hauseblock fuehrte.

DongDong 1 : 0 Stefan

Das einzige Gute an der Sache war, dass ich das erste mal vollends wach war und mit Kaffee in die Vorlesung gestartet bin und sogar puenktlich war. Ich sah es trotzdem als Verlust an und machte mich zum Gegenangriff klar. 5 Uhr Nachmittags stand sein 2. Rundgang an, den ich (leider) auf 8 Uhr verschieben musste, da ich noch ein Meeting mit Julia und einer Dozentin der BLCU hatte… armer DongDong.
Ich kam gegen 1930 in meine Wohnung und hoerte das Jaulen schon in Fahrstuhl. Als meine Nachbarn hoerten dass ich die Tuer aufschliessen wollte kam man auch nochmal auf mich zu und wies mich auf ein bisschen Ruhe hin, ich solle den Hund mal unter Kontrolle bekommen.

DongDong 2 : 0 Stefan

Geschlagen und in der Ehre verletzt fuehrte mich DongDong an der Leine eine Runde um das Haus. Zum Glueck stand am Abend bei einer Mitschuelerin noch ein Essen mit meiner Klasse statt, also frisch gemacht und raus aus der Wohnung bevor der Hund es merkte… Doch im Fahrstuhl konnte ich ihn schon wieder allein in der WG jaulen hoeren. Stefan bleibt stark. Runter, raus und ab zur Party. Gegen Mitternacht kam ich wieder Heim und fand die Wohnung teils demoliert vor… der Hund war wirklich ausser Rand und Band. Das erste mal in seinem Leben wirklich ohne Frauchen und Herrchen. Wild durch die Wohnung rennend, bellend und jaulend empfand ich das abgesehen von den genervten Nachbarn als Triumpf meiner Seite.

DongDong 2 : 1 Stefan

Ich war noch lang wach und habe Telefoniert, ist ja der Erste Mai, von daher Feiertag, auch in China. Lange schlafen war angesagt. Der Tag stand unter dem Stern von meinem sogenannten “Fuckface”. So nenn ich mein Gesicht das ich mach wenn ich einkaufen geh und um gottes Willen nicht angesprochen werden moechte, was fast immer funktioniert. Scheint auch hier zu funktionieren. Den Hund habe ich heute komplett auf “ignore” gestellt. War nur 1 mal mit ihm Gassi und habe trotzdem meine Ruhe. Ich bleibe stark. Er jault  und versucht diesen komischen Trick mit den grossen Augen zu machendsc02491, stellt sich von mein Bett und starrt mich an in der Hoffnung auf Reaktion. Ab dun an wie hier zetst er sich auch zwischen meine Beine unter meinen Schreibtisch und schaut mich von unten mit den grossen Augen an. GEMEIN! Dachte nur Reni kann das…

Aber Stefan bleibt hart. Nun gut, der Tag ist noch nicht rum und ich kann noch nicht genau sagen ob die Schlacht fuer heut gewonnen ist, aber wir werden sehen wie es bis Sonntag Abend weiter geht, bzw die Abloese aus dem langen Wochenende wieder heimkommt.

To be continued…


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