Abenteuertourismus
Das wir keine Weicheier sind und ueberall mit dem Taxi hinfahren sieht man ja an der Karte, welche ich etwas weiter unten gepostet habe. Grund hierfuer ist aber nicht unsere Abenteuerlust, sondern mein Geiz und Renis nicht vorhandener Orientierungssinn. D.h. ich kann sagen die Bahn ist gleich da vorn und Reni glaubt das. Normalerweise funktioniert das ganz gut, aber seht selbst…
Gestern sind wir zum ersten Mal vor 12 aufgestanden, also schonmal beste Voraussetzungen um mal was zu schaffen, sich was anzuschauen. Obwohl es dann wieder gedauert hat bis wir endlich das Haus verlassen konnten. Reni hatte wie immer hunger, sie ist ja grad aufgestanden, also wieder ab zum guten JianBing Mann was leckeres holen. Im Auge verfolge ich unseren Bus wie er gerade ohne uns abfaehrt. Aber Reni hat ihren Snack, also ist alle OK. Da fahren ja noch andere Busse… Fahren ja, aber halten nicht. Sieht man auf der Karte nicht, aber der Bus hat uns glaub wieder nen Kilometer zu weit hinten Rausgehauen. An ner Stelle wo man weder ueber die Strasse kommt, noch so zurueck laufen kann. Also ab auf die Strasse und in entgegengesetzter Richtung zurueck laufen. Bis auf etwas Gehupe klappt das ohne Probleme. Essenspause. 
Nun aber ab in die Bahn… Linie 10… dann Linie 5 und nun ganz neu Linie 1… Linie 1 ist die aelteste Bahn, die einmal komplett quer durch Beijing geht. Da gibt es gut und gern um 1 auch schon Stau. Den Ersten haben wir verpasst, weil zu voll und Reni nicht reingedrueck werden konnte… aber den 2., ja das ist unserer. Haetten wir lieber lassen sollen. Ich habe die 3 Stationen beengt neben Reni gestanden und an ihren Haaren gerochen, wasmir das Leben gerettet hat. Der Geruch in dem Wagon war bestialisch, was ausser uns und einem anderen Auslaender der dann fluchend rausgerannt ist, niemanden zu stoeren schien. 3 Stationen hat Reni tapfer durchgehalten und kann nun von der “ThingsToDo Liste” die Ubahn Fahrt der Linie 1 in Beijing herunterstreichen.
Nun stehen wir wie 2 Tage zuvor wieder vor den grossen Toren, gegenueber vom grossen Platz. 

Pflichtfotos sind erledigt, also rein in die gute Stube. Durch die Tore in die Stadt. Da kommt doch in einem der Tore so ein kleiner Junge mit China Faehnchen auf uns zu und drueckt Reni eine Fahne in die Hand, die denkt sich auch erst nix bei, bis der kleine dann laut auf englisch anfaengt zu fluchen und nach Ged zu fragen. Ich bin sauer und fang fast an den kleinen Deppen anzuschnauzen, da macht Reni ganz professionell das Richtige und wirft ihm sein Faehnchen vor die Fuesse, zuruecknehmen wollte er es ja nicht. In dem Moment war ich schon ein bisschen Stolz auf mein Reni. Trotzdem nerven solche Situationen ungemein.
Aber lassen wir uns davon nicht zu sehr aergern, haben noch 8km vor uns…^^ Von daher schnell rein in die gute Stube. Studententickets geholt und durch das letzte Tor. Das Wetter wollte leider nicht so wie wir, aber der Anblick war wie das letzte Mal immernoch sehr imposant.
Mit dem Mucki und dem DrachenTigerHund oder was das Ding darstellen soll hat auf dem Foto aber auch ncht ganz geklappt. Gut aussehen tut es aber trotzdem.
Die Verbotene Stadt ist ja ziemlich gross, wenn nicht sogar riesig. Was liegt das also naeher verstecken zu spielen… einfach unertraeglich wie es Reni schafft immer genau da hin zu laufen wo meine Kamera hinzeigt. Das macht sie schon seit Tagen.
Ich wuerd sagen diese Kamerageilheit ist zum Schreien, was dann auch festgehalten wurde. Oder war es doch zum Heulen?

Nun gut. Gesehen haben wir wieder so ziemlich Alles, was sich schlecht erklaeren laesst. Wir sind erst durch den Mittelgang mit den einzelnen grossen Gemaechern durch bis zum Ausgang, dann an der Westseite einmal ganz nach unten zum Eingang und auf der Ostseite wieder nach Norden zum Ausgang. Auf der Karte von Gestern gut zu erkennen. Ein guter 5km Fussmarsch innerhalb der Mauern. Viele Menschen, viele Gebaeude und viel zu viele Eindruecke. Dazu noch eine weinende Reni die Hunger hat, deren Fuesse weh tun usw… und dann kommt sie wieder mit diesem Blick…
Es ist sowas von gemein, dass Frauen sowas koennen. Was hab ich eigentlich in meinem Leben noch an Wahlmeoglichkeiten, wenn ich mich gegen sowas eh nicht wehren kann? Gemein!
Naja, wir konnten uns dann trotz Muedigkeit wieder aufrappeln und weiter laufen. Die Distanzen sind halt im Vergleich zu Konstanz nen bisschen groesser. An sich hab ich mir gedacht ein ueberteuertes Eis koennte die angeschlagene Stimmung anheben und der Muedigkeit etwas entgegenwirken, aber seht selbst was mir hier weider als Eiscreme angeboten wird. BOHNEN!
Im Eis…. Bohnen! Stellt euch das einfach mal vor. Absurd! Nen Italiener geht dafuer in Knast. Oder verschwindet zufaellig nach Aeusserung einer solchen Idee spurlos. Nicht in China. Hier gibts jede Sorte Bohnen im Eis Mantel… ohne Worte.
Mich hat es dann auch von den Fuessen gehauen, als ich das ganze Eis weg hatte.
Die Ostseite haben wir relativ schnell abgegrast… gibt da halt ne Abkuerzung, ueber einen ewig langen Gang. Wenn man nicht nach links und rechts durch die Tore mit den vielen anderen Sehenswuerdigkeiten schaut hat man auch das Gefuehl nichts zu verpassen…^^
Und am Ende des Ganges stehen Reni und Steffi ganz fertig und froh das es endlich nach Haus gehen kann…
Wir sind kaputt, haben viel gesehen, zu viel wahrscheinlich und sind bereit nach Haus zu gehen. Aber wie? Raus aus dem Nordtor. Nur da gibt es keine Bahn, nur nervende Rikshah Fahrer. Fuers Taxi ist Reni noch zu fit und ich zu geizig, also laufen wir zur Ubahn. Mal nach Westen. So wie ich mich erinner faehrt die 2 doch nen Stueck im Westen ihren Bogen. Kann doch nicht so weit sein! Laufen, Laufen, Laufen… vorbei am Eingang zum BeiHai Park, ueber eine Bruecke. Alles noch schoen, aber wir werden langsam muede. Wir Fragen Leute, die meinen einfach weiter nach Westen. Wir schauen auf Karten, aber nirgendwo etwas von UBahn zu sehen. Wir laufen und laufen und koennen nicht mehr. Reni hat Hunger, Schmerzen, muss aufs Klo und ist muede… wer diese Kombi von ihr kennt weiss welche Zeitbombe ich da mit mir rumgeschleppt habe… Nach einer Stunde und weiteren 4km war dann auch ich soweit, dass ich ein Taxi wollte. Aber habt ihr das ernsthaft schonmal ein Beijing erlebt, dass ihr kein Taxi bekommen habt. Kein Platz in Bussen, die Bahn zu weit weg. Wir waren ehrlich verloren, konnten und wollten auch nicht mehr. Aber dagegen machen konnten wir nix. Gefangen in der Rush Hour. Am Ende lief es nach unzaehligen Versuchen ein Taxi zu bekommen darauf hinaus das wir doch zur Bahn mussten, zu Fuss. XiZhiMen laesst Gruessen… von der verbotenen Stadt aus… Naja, gegen 7 sind wir letztendlich hier angekommen.
Fazit des Tages: Reni nervt. 17 Blasen, Splitter an den Fuessen, 205 Bilder geschossen, 2 JianBing gegessen, viele Grimassen gezogen, 47 Taxis die fuer uns nicht halten wollten, ueberfuellte Ubahnen wohin das Auge reicht und dazu noch Bohnen im Eis. Am Ende laesst sich aber sagen dass fuer einen solch Kulturschock traechtigen Tag sich mein Reni echt gut geschlagen hat. Bin stolz. Nerven tut sie aber trotzdem.
Mai 29th, 2009 at 2:21 PM
deswegen hat reni auch ein navi