Nachdem wir uns nun 2 Tage in Guilin ausgetobt haben, einer der wie gesagt schoensten Gegenden die ich in meinem Leben bis jetzt besuchen durfte, ging es weiter nach Yangshuo. Vorher haben wir aber noch karten fuer die Rueckfahrt erstanden. Plan war es noch 2 Tage in Qingdao baden zu gehen bevor es nach Beijing und einen Tag spaeter weiter nach Hause geht. So sollte es Anfangs auch klappen, bis wir die nach einer Stunde schlangestehen erstandenen Tickets untersucht haben und feststellen mussten, dass die Fahrt um die 40 Stunden dauern wuerde. Da wir das nicht wollten, Tickets in die Hand, zum Umtauschfenster nur um festzustellen, das man auch 3 Minuten nach Kauf nicht den vollen Preis zurueckbekommt. Wieder in der normal Schlange an der Kasse mussten wir feststellen, dass es keinen direkten Zug nach Qingdao gibt, der Effizient faehrt. Ueber Beijing anch Qingdao wuerde zu viel Zeit kosten, und generell kommen wir erst in 3 Tagen hier weg. Viel Auswahl hatten wir nicht und um uns nicht nochmehr Stress zu machen haben wir Qingdao erstmal etwas weiter runter auf die Liste gesetzt und haben tickets Richtung Beijing gekauft. Damit blieben uns 3 Tage die wir hier im Sueden noch nutzen konnten.
Yangshuo liegt eine gute Stunde suedlich von Guilin. Im Zentrum einer der schoensten Gegenden auf diesem Planeten. Wir sind vor dem Bahnhof nach dem Ticketkauf in einen Bus und direkt nach Yangshuo gefahren. Die Busse fahren mehr oder weniger regelmaessig. Die Fahrt war somit relativ kurz, aber die Aussicht, vor allem da der Tag sich langsam dem Ende zuneigte gab uns schonmal einen kleinen Vorgeschmack auf das noch Kommende. Angekommen in Yangshuo haben wir auch direkt den ersten Hotelmenschen dastehen gehabt der uns ueber einen Kilomter Fussmarsch versuchte einzureden, dass es keine weiteren Zimmer mehr in der Stadt gibt und wir mit ihm kommen sollten. Stur wie wir Deutschen sind wenn es um organisatorisches geht habe ich ihm dann irgendwann klar machen koennen, dass wir selber was suchen wollen, woraufhin er fluchend gegangen ist. Man muss ihm lassen, er hat nicht gelogen. Die erste Herberge hatte uns abgewiesen und dann standen wir 10Minuten spaeter vor der 2., die auch keine freien Zimmer mehr hat. Ich bin dann nochmal zur Rezeption und habe ein 2. mal nachgefragt und nach etwas hin und her sind wir extrem guenstig untergekommen, in einem Zimmer das sie normalerweise nicht vermieten, weil es zu laut nach Aussen hin ist und das Bad ein paar Probleme hat. Aber ein 3er Zimmer fuer 10 Euro am Tag, da kann man nicht meckern. Gluecklich wie eh und je sind wir vollgepackt ins Zimmer und mussten feststellen, dass es schon etwas laut war, aber wir so muede das es keine Probleme geben sollte einzuschlafen.
Yangshuo ist naemlich ein kleines Touristenparadies. Absolut ueberlaufen. Zu Recht!
Wir sind noch etwas spazieren gegangen und haben uns die recht kleine Stadt angesehen. Viele Westler und mehrheitlich nur Touristen. Kleine Gassen, viel Musik, Laeden, westliches Essen und das alles im Gruen. Ein wunderschoener Ort. Trotzdem sind wir nach einem langen Tag einfach nur ins Bett gefallen.
Tag 1 in Yangshuo fing mit westlichem Fruehstueck und ewas shoppen an. Wir haben uns vorgenommen eine Rad Tour zu machen. Nur war es nach langem Schlaf bereits Mittag und bei 40Grad in der Sonne konnten wir nicht los. Also ist Kelly noch etwas weiter shoppen und Mar und ich haben uns aus langweile etwas einfallen lassen.
Diese Bild sollte ja noch bekannt sein. Was nicht bekannt ist, ist das wir noch 20 weitere verschiedene Schnitte getestet haben, bevor wir beide wie 15 jaehrige komplett rasiert die Herberge verlassen haben. Aber ein Bild will ich hier noch Preis geben. Ich weiss Mar wird mich dafuer hassen, aber die Welt muss es wissen. PORNO IST BACK!!!
Ohne Worte. Doch dann sollte es auch losgehen. Wir haben uns die Fahrraeder in einem Laden ausgeliehen, den die Hostel empfohlen hat. Dort gab es dann auch noch eine Karte, damit wir wissen wo es langgeht und dann konnte der Auflug beginnen. Wir wollte eine schone Runde um die Stadt machen, dabei alles Sehenswerte der Gegend mitnehmen. Die Karte war leider wie wir spaeter feststellen mussten weder genau, noch massgetreu. Da wir das nicht wussten sind wir ihr aber trotzdem nachgefahren.
Ein paar Minuten, einen Stopp an einer weiteren Grotte (in welche wir dank mir nicht gegangen sind) und 3km spaeter sind wir dann an dieser Bruecke angekommen. Unter uns im Wasser hunderte kleiner Floesse, die Touristen kilometerlang durch diese Gegend den Fluss auf und ab befoerderten. Es ging die Strasse immer weiter, bis wir dann laut Karte rechts ab mussten. Ab hier begann der Irrweg.
Immer dem Fluss entlang
durchquerten wir alte Ruinen von Doerfern

um dem Fluss weiter zu folgen.
Irgendwo hier haben wir uns dann auch verfahren, bzw hat uns die Karte in die falsche Rihtung gefuehrt. Spaetestens als wir Fahrrad tragend durch Reisfelder gelaufen sind wussten wir hier sind wir falsch. Mehrere Stunden sind wir durch diese idyllische Gegend gefahren ohne zu wissen wo wir eigentlich sind. Doch wo eine Strasse und ab und zu mal ein Auto ist, da kann man nicht allzu falsch sein.
Hier wussten wir dann auch, bzw haben uns mit dem Gedanken abgefunden uns verirrt zu haben. Doch wir sind weiter gefahren. Steffi, der ja bekanntlich der unsportlichste ist und sich deswegen auf dieser Reise so manches anhoeren durfte musste feststellen wie das Wetter und die Planlosigkeit auch die sportlichsten Menschen zermuerbte, als Mar und Kelly auch dem koerperlichen Ende nahe kamen.
Doch dann nach ca. 4h Irrfahrt sind wir in einem Ort mit einer geteerten Strasse angekommen und wussten, dass wir es doch noch nach Haus schaffen werden. Was wir nicht wussten ist, dass die besten Aussichten des Tages noch kommen wuerden. Denn die Rueckfahrt gegen 6 bescherte uns einen Sonnenuntergang wie er kaum anderswo moglich ist.

Nach insgesamt 5 Stunde Fahrt sind wir dann wieder and der Bruecke angekommen und waren froh zu wissen, wo es lang geht und froh, das es Waser gibt. Selten kann man sich bei so einem Naturschauspiel im Fluss abkuehlen.
Mar und Kelly waren gar nicht mehr aus wem Wasser zu bekommen. Waere der Hunger nicht gewesen wuerden die beiden wahrscheinlich noch immer im Wasser plantschen.
Wir haben es dann aber im Dunkeln, natuerlich ohne Licht, wie die 100 anderen Fahrraeder auf der Strasse, dann doch noch nach Haus geschafft bevor der Fahrradladen zugemacht hat. Dann ging es noch zu McDs um uns selbst fuer die gute Fahrt zu belohnen, bevor wir nach ein bisschen spazieren den Tag dann beendet haben. Jeder hat noch etwas gelesen, aber lange hat keiner durchgehalten.
Tag 2 war auch mit einer Fahrrad Tour verplant. Diemal sind wir Richtung Norden aus Yangshuo raus, um dann am Ende eigentlich die Runde zu fahren, die fuer den gestrigen Tag geplant war. Unterwegs haben wir noch an einem kleinen Markt angehalten, wo es dann zum ersten mal auch Hund gab…. bzw. Hundefleisch zu kaufen gab. Der Gestank in dem Laden hat den Rest erledigt. Aber dazu sind wir ja an der frischen Luft.
Im leichten Regen ging es aus der Stadt hinaus, bis wir gut 10km spaeter an einer Bruecke ankamen, um dem Fluss dann sobald wir drueber sind zurueck bis zu der Bruecke zu folgen an der wir gestern suedlich Yangshuos auch baden waren. Soweit die Streckenplanung. Als Staerkung haben wir uns auf der Bruecke noch was gutes zu essen geholt, und in Ruhe gemampft bevor es weiter ging.
Wir hatten die Route im Kopf, auf Karte vor uns, aber trotzdem haben wir nachdem wir mit dem Fahrrad auf der Schulter durch das erste Resifeld gewatet sind, irgendwie wieder den Verdacht bekommen, das es hier nicht mit rechten Dingen zu geht. So falsch koennen wir ja nicht sein. Wir sind immer fein dem Flussufer gefolgt. Es haette laut Karte zwar die eine oder andere Bruecke kommen sollen, aber daran haben wir uns nicht stoeren lassen. Bis wir dann irgendwann im stroemenden Regen auf einer richtig eklig schlechten Strasse waren, uns ein Motorrad entgegen gekommen ist und uns einreden wollte, dass es auf dieser Strasse nicht weiter geht und wir ueber den Fluss muessen. Zugegeben, die Strasse war so schlecht, das wir das locker geblaubt haben.
Also sind wir mit. Nun standen wir 3, neben den 2 Chinesen, am Rande eines Reifeldes und haben uns dieses kleine Bambusfloss angeschaut, mit dem man uns ueber den recht schnell stroemenden Fluss bringen wollte. Die anderen 2 waren unentschlossen, aber spaetestens bei dem Preis von 100kuai und der Aussage das es nirgends hin ausser zurueck geht war mir klar das die uns verarschen und wir weiter muessen. Irgendwann konnten wir uns dann auch losreissen und sind weiter gefahren. die naechsten 10 Minuten habe sogar ich an mir gezweifelt, denn der Weg ist unbefahrbar geworden. Aber dann kam ein Dorf, und dann aus dem Nichts ein geteerter Weg… Wir haben es geschafft. Wenn man bedenkt, dass es eine offizielle Route ist, wuerd ich gern wissen, wie viele Leute hier am Tag verloren gehen. Obwohl wir geradeaus weiter mussten, sind wir erstmal zur naechsten Bruecke und haben uns die Lage angeschaut.
Zu dem Zeitpunkt waren wir schon langsam wieder am trocken nachdem der Regen uns 2 Stunden durchgeweicht hat. Aber wir haben das Schlimmste geschafft.
Wir sind der Strasse ein paar Kilometer gefolgt, bis auch diese direkt in den Fluss muendete, aber ohne Bruecke. Hier mussten wir dann wirklich auf ein Floss steigen. Aber da gegenueber das Floss Depot war und es recht professionel aussah, der Preis auch gering war, haben wir 3 den Schritt gewagt und uns samt Fahrraedern in die Hand des Bauern begeben…
Kelly hat sich sichtlich wohl gefuehlt.
Leider konnte aufgrund der Anzahl an Booten im Wasser unser Boot nicht bis an den Rand fahren und wir mussten ueber alle anderen Boote klettern und springen um ans Ziel zu kommen.
Im Hintergrund seht ihr das jaehe Ende der Strasse an welcher wir angekommen sind nach unserer fast Irrfahrt.
Von hier aus sind wir dann im Dunst langsam Richtung Heimat gefahren. Da Autos und Menschen zu sehen waren, wussten wir auch, dass wir diesmal nicht falsch sind. Irgendwann wieder 4-5km spaeter sind wir dann mitten im Jungle quasi auf ein Hotel gestossen. Aber nicht irgendeines, sonder das wahrscheinlich nobelste Hotel der Gegend. Es hiess glaub ich Lost Resort oder sowas. Dort sind wir 3 durchnaesst und voellig underdressed angekommen, wurden aber bedient und haben uns den dicken selbstgemachten Cheese Burger gut schmecken lassen. Dank westlicher Kueche hat Kelly der Tofu auch das erste mal richtig geschmeckt…^^


Kelly war gluecklich, Mar war gluecklich und ich bin eh immer recht froh… Auch wenn noch ein langer Rueckweg vor uns lag waren jetzt schon mehr als zufrieden mit unserem Ausflug und waren uns alle einig, dass diese Gegend von ihrer Schoenheit her kaum uebertroffen werden kann.
Wir sind dann schliesslich nach 3km Fahrt tatsaechlich an dieser Bruecke angekommen, was bedeutet, das wir vollkommen richtig gefahren sind. Stolz konnten wir dann die paar kilometer zurueck in die Stadt im dunkeln zuruecklegen. Die Gegend war uns nicht mehr fremd, wir konnten sie besser geniessen. Auch wenn es mittlerweile schon wieder dunkel war. In der Stadt haben mussten wir dann nachdem wir uns wieder frisch gemacht haben feststellen, dass es je nach Strassenseite Stromausfaelle gab. So sind wir in einer Pizzaria gelandet, da diese noch Strom hatte und ich durfte nach langer Zeit mal wieder Mozarella an meinem Gaumen schmecken… Schoener Abend. Alles in allem ein sehr gelungener Tag. Der nur vom tropischen Regen getruebet wurde. Aber auch so muss man die Landschaft erstmal gesehen haben.
Damit ist die Reise in Yangshuo vorbei. Morgen geht es nach Beijing und dann in ein paar Tagen zurueck nach Deutschland. Was bis dahin passiert folgt im naechsten Abschnitt.